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Stahl Glossar


Die Fachterminologie in der Stahlbranche ist groß und durch laufende Innovationen im Umbruch. Unser kleines Stahl Glossar soll Ihnen im Fall einer Unklarheit ein wenig Hilfestellung geben.

Bei weiterreichenden material- und anwendungsspezifischen Fragen bietet unser Verkauf Ihnen gerne seine schnelle und kompetente Hilfe. Kontaktieren Sie hierzu bitte einfach unser Verkaufs-Team.


Fachbegriff      Erläuterung
 
Abbrand      1. Oxidation von Kohlenstoff ist die charakteristische Größe beim sog. "Frischen" von Stahlschmelzen. Durch Blasen mit Sauerstoff wird die Schmelze entkohlt. Der Abbrand (in%) gibt an, wieviel Kohlenstoff aus der Schmelze entfernt wurde. Reaktionsorte für Kohlenstoffabbrand befinden sich direkt unter dem Sauerstoffstrahl, an der feuerfesten Zustellung des Konverters, an der Grenzfläche Metall/CO-Blasen und in den Schlacke-Metall-Emulsionen. Abbrandkurven geben für jedes Frischverfahren die für die Entkohlung notwendige Zeit an.

2. Einer Stahlrohrlanze, eines Schweißdrahts: Verbrauch (durch Abschmelzen) oder auch Verschleiß der entsprechenden Hilfsmittel.
 
Abfallenden      Beim Beschneiden ausgewalzter Bleche anfallende Reststücke (Walzungen), ferner die in der Zurichterei anfallenden Enden bei Profilstahl und Rohren (‚Entfallmaterial'). Sie werden aussortiert und - soweit möglich - an Firmen des Nutzeisen- oder Schrotthandels verkauft und als Rück- oder Umlaufschrott wieder eingeschmolzen.
 
Abkanten      Das Biegen von Blechen und Bändern um gerade Kanten. Zur Herstellung von Kaltprofilen wird der Blech- oder Bandstreifen in ein Werkzeugunterteil eingelegt. Dann senkt sich das Werkzeugoberteil in das Unterteil und verformt den Streifen zu dem gewünschten Profil (Abkantpresse). Bei den Schwenkbiegemaschinen wird das Blech eingespannt und der herausragende Streifen von schwenkbaren Biegewanne umgebogen. So lassen sich auch dickere Bleche mit höherer Zugfestigkeit bei kürzeren Biegelängen und größeren Innenradien abkanten.
Abkantprofil      Durch Abkanten oder Pressen aus Blech hergestelltes Kaltprofil.
 
Abkantwerkzeuge      Beim Abkanten wird das Werkstück zwischen dem Oberwerkzeug (Stempel) Und dem Unterwerkzeug (Matrize) in einem Gesenk umgeformt. Die Ober- und Unterwerkzeuge sind auswechselbar. Das Oberwerkzeug besteht aus dem Oberbalken, der Klemmplatte und dem Stempel. Die Stempel können verschiedene Formen haben. Das Unterwerkzeug besteht aus dem Unterbalken, der Zentrierplatte und der Matrize. Stempel und Matrize sind auswechselbar und in verschiedenen Formen und Abmessungen erhältlich.
 
Abkühl[ungs]geschwindigkeit      Temperaturabnahme je Zeiteinheit. Sie beeinflußt das gefüge, das bei Raumtemperatur im Stahl vorliegt. Sie ist bedeutsam für die Warmumformung und Wärmebehandlung von Stahl.
 
Abmaß      Da bei der Fertigung von Werkstücken die Nennmaße nicht genau eingehalten werden können, erhalten je nach Funktion und Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Fertigung die Nennmaße durch Angabe von Grenzabmaßen zugelassene Abweichungen. Diese A. legen die Grenzmaße fest, zwischen denen das am fertigen Werkstück gemessene Istmaß liegen darf. Die Vorzeichen der A. (+ oder -) geben an, ob sie zum Nennmaß hinzukommen oder von ihm abzuziehen sind. Dabei führt das obere Abmaß (A0) zum noch erlaubten Höchstmaß (G0), das untere Abmaß (AU) zum Mindestmaß (GU) des Fertigteils. Die Maßnormen und die technischen Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse legen die zulässigen Maßabweichungen fest.
 
Abnahme      Materialprüfungen und -kontrollen, denen ein Erzeugnis (Werkstoff oder Bauteil) unterworfen wird, ehe es das Werk verläßt. Die A. kann durch Normen (DIN EN 10 204) vorgeschrieben sein, aber auch nach Kundenwünschen erfolgen. Der Schiffbau schreibt Abnahme durch die verschiedenen Klassifikationsgesellschaften vor. Sie wird durch werksfremde oder eigene Sachverständige vorgenommen.
 
Abnahmebedingungen      Vorschriften für Mindestergebnisse, fallweise auch Höchstwerte der geforderten Versuche. Entsprechen die Ergebnisse den Anforderungen, wie sie in den DIN-Normen (DIN EN 10204; alt: DIN 50 049) oder in besonders vereinbarten Bedingungen vorgegeben sind, gilt für die Lieferung als abgenommen. Entspricht mehr als die Hälfte der untersuchten Proben nicht den Anforderungen und ist bei einzelnen Erzeugnissen nichts anderes vorgeschrieben oder vereinbart, kann die gesamte Lieferung verworfen werden. Geringe äußere Fehler, welche die Verwendbarkeit nicht beeinträchtigen werden normalerweise toleriert. Außer DIN-Normen für Werkstoffprüfungen gibt es noch zahlreiche Sonderbedingungen, z.B. vom TÜV, der Bundesbahn oder den Klassifikationsgesellschaften. Über die ordnungsgemäße Abnahme wird eine Abnahmeprüfzeugnis oder Abnahmeprüfprotokoll ausgestellt.
 
Abnahmeprotokoll bei Anarbeitungsmaschinen      Neben den geforderten Maschinendaten (Arbeitsbereich, Einstellgrößen, Antriebsleistung usw.) ist die Arbeitsgenauigkeit ausschlaggebend. Die Maschinendaten stehen im Herstellerkatalog, die Genauigkeit der betriebsbereiten Maschine muss durch eine Abnahmeprüfung im Herstellerwerk nachgewiesen und in einem Abnahmeprotokoll festgehalten werden. In DIN 8601 sind die Allg. Regeln für die Abnahme von Werkzeugmaschinen zur spanenden Fertigung festgelegt. Danach werden drei Schritte unterschieden: 1. Vorbereitende Maßnahmen (Aufstellen und Ausrichten); 2. Geometrische Prüfung (Genauigkeit der Arbeitsspindel Rundlauf und Planlauf usw.); 3. Praktische Prüfung (Güte des auf ihr gefertigten Werkstückes).
 
Abnahmeprüfprotokoll      dokumentiert die Ergebnisse spezifischer Prüfungen (DIN EN 10 204). Es unterscheidet sich vom Abnahmeprüfzeugnis durch die zweifache Bestätigung (Hersteller und Besteller beauftragen je einen Sachverständigen).
 
Abnahmeprüfzeugnis      ist eine Bescheinigung über die Ergebnisse spezifischer Prüfungen, die unabhängige Sachverständige durchgeführt haben. Es sagt aus, dass die Lieferung den Vereinbarungen bei der Bestellannahme entspricht. Man unterscheidet verschiedene Varianten von Abnahmeprüfzeugnissen. Sie können auf der Basis amtlicher Vorschriften (DIN EN 10 204; alt: DIN 50 049) und technischer Regeln, gemäß den Lieferbedingungen des Auftraggebers oder denen des Bestellers erstellt worden sein.
 
Abschrägen      Formung der Kanten an Blechen, Profilstahl oder Rohr durch spanende Verfahren oder Brennschnitt als Vorbereitung einer Schweißnaht. Die abgeschrägte Kante bildet eine Fugenflanke. Fugenformen: DIN EN 29 692 (Allg.), DIN 8553 (Plattinierte Stähle), DIN 2559 (Stahlrohre), (Anfasen).
 
Abschrecken      Das schnelle Abkühlen eines Werkstückes von erhöhten Temperaturen. Geeignete Abschreckmittel sorgen für eine kurze Abkühldauer (kürzer als Abkühlung an der Luft) (Härten).
 
Abstich      Vorgang zur Entleerung metallurgischer Schmelzöfen (Hochöfen, Konverter, Elektroöfen, Kupolöfen).
 
Abstreckziehen      (Abstrecken) Kaltumformverfahren: Napfförmige Hohlkörper werden durch einen Abstreckring gezogen, dadurch Reduzierung der Wanddicke. Entspricht dem Stangenzug in der Rohrfertigung (Rohrziehen).
 
Achtkantstahl      Im Querschnitt gleichseitiges, achteckiges Spezialprofil. Benennung nach Schlüsselweite. Wird gewalzt, blankgezogen und als Freiformschmiedestück geliefert.
 
Allgemeine Baustähle      Eigentlich veraltete Bezeichnung für Stähle mit den Gruppen-Nummern 01 und 91 im System der Werkstoffnummern. Bis dahin waren es die in der außer Kraft gesetzten DIN 17100 enthaltenen Grundstähle, die jetzt in DIN EN 10025 - Warmgewalzte Erzeugnisse aus unlegierten Baustählen - genormt sind. Unlegierte Stähle, Unlegierter Qualitätsstahl.
 
Allgemeintoleranz      Für Maße ohne Toleranzangabe (Freimaße) gelten die Allgemeintoleranzen, die nach Nennmaßbereichen und den Toleranzklassen (fein, mittel, grob und sehr grob) unterteilt sind. Allgemeintoleranzen für Längenmaße gelten für Durchmesser, Innen- und Außenmaße sowie für Lochabstände. Allgemeintoleranzen für Rundungshalbmesser und Fasen gelten auch für Schrägungen. Die Allgemeintoleranzen sind in folgenden Dokumenten genormt: DIN 1680-1 Rohgusteile; Allgemeintolernazen und Bearbeitungszugaben; DIN EN ISO 13920 Schweißen - Allgemeintolleranzen für Schweißkonstruktionen- Längen- und Winkelmaße; Form und Lage; DIN ISO 2768-1 Allgemeintolleranzen; Toleranzen für Längen und Winkelmaße ohne einzelne Toleranzeintragung; DIN ISO 2768-2 Allgemeintolleranzen; Toleranen für die Form und Lage ohne einzelne Toleranz- eintragung.
 
Alterungsbeständige Stähle      Stähle, die gegenüber dem Ausgangszustand auch bei längerem Lagern nur geringfügig an Zähigkeit verlieren. Die Alterungsbeständigkeit wird durch einen ausreichenden Al-Gehalt sichergestellt.
 
Anarbeitung      Serviceleistung im Stahlhandel. Jede verändernde Manipulation, die mit einem oder an einem Walzstahlfertigerzeugnis oder Rohr nach Verlassen des Lieferwerkes vorgenommen wird und nicht Verarbeitung (= Fertigung) ist. Beispiele für A: Schneiden, Spalten, Sägen, Anfasen, Richten, Bohren, Schützen von Oberflächen usw.
Hinweis: Steinweden Stahl bietet Anarbeitung im eigenen, leistungsfähigen Säge-Center bis 500 mm Materialdurchmesser an. Insbesondere auch für den kurzfristigen Bedarf und hohe Stückzahlen.
 
Anlassen      Jedes Erwärmen eines Werkstückes nach dem Härten auf Temperaturen unterhalb Ac1, Halten und nachfolgendes Abkühlen. Man unterscheidet zwei Arten: 1.) Das Entspannen bei ca. 150 °C, um die beim -»Härten entstandenen Spannungen auszugleichen, ohne die Härte zu vermindern. 2.) Das Anlassen bei 400-650 °C als Teil des Vergütens. Dadurch wird die Härte verringert, wodurch sich die Zähigkeit des Stahls erhöht. Die Anlaßtemperatur hängt von der Stahlsorte und den geforderten Festigkeitseigenschaften ab. Ein mäßiges A. erreicht man durch Auskochen im Wasser- oder Ölbad.
 
Anlaßfarbe      Beim Erwärmen läuft blanker Stahl an und zeigt die sogenannte Anlaßfarbe, die für die jeweilige Temperatur charakteristisch ist - z. B. 200 °C blaßgelb, 300 °C kornblumenblau, 400 °C grau.
 
Anlaßtemperatur      Temperatur, auf die ein Stahl angelassen und bei der er gehalten wird. Die Anlaßtemperatur liegt grundsätzlich unterhalb des unteren Umwandlungspunktes Ac1 im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm.
 
Aufhärtung      Höchste in einem Werkstück nach dem Härten erreichte Härte. Diese Eigenschaft hängt vor allem vom Kohlenstoffgehalt der Legierung ab. Unter A. kann auch die höchste unbeabsichtigt - z. B. nach dem Schweißen oder Brennschneiden -erreichte Härte verstanden werden.
 
Aufkohlen      Thermochemisches Anreichern der Randschicht eines Werkstücks mit Kohlenstoff. Dadurch wird der C-arme Stahl in den Randschichten härtbar (Einsatzhärten). Das Aufkohlungsmittel kann fest, flüssig, gas- oder pastenförmig sein. Die Aufkohlung erfolgt oberhalb A3.
 
Aufzugprofile      Spezialprofile, die im Aufzugbau, z.B. als Führungsschienen, verwendet werden. Es handelt sich vorwiegend um T- und U-Profile, die eine besonders glatte Oberfläche (gezogen oder gehobelt) besitzen und gerichtet sind.
 
Automatenstahl      Unlegierter Stahl mit relativ hohem Massenanteil an Schwefel (etwa 0,2 bis 0,4 % S) sowie äquivalentem Mangangehalt, bestimmt für die spanende Fertigung von Massenteilen auf schnellaufenden automatisch gesteuerten Werkzeugmaschinen. S und Mn sorgen für gute Zerspanbarkeit. In der zeiligen Ausbildung von Mangansulfid (MnS) wirkt S erheblich weniger schädlich, sorgt aber für kurzbrüchigen Span, der leicht aus den Automaten abzuführen ist. Ggf. Zusätze von insbesondere Blei (0,15 bis 0,35 % Pb Bleilegierter Automatenstahl), manchmal auch Tellur, Selen und Wismut, ermöglichen noch höhere Schnittgeschwindigkeiten. Der P-Gehalt ist bei A. auch höher als bei normalen Baustählen (max. 0,100 % bei A. für normale Verwendung, max. 0,060 % bei Einsatz- und Vergütungsstählen). P verbessert die Spanbrüchigkeit und die Oberflächengüte (Zerspanbarkeit). A. wird meist in gezogener Ausrührung eingesetzt. Stoffnorm DIN EN 10087 und DIN EN 10277 Teil 3. Darüber hinaus wird S auch anderen Stählen, z. B. nichtrostenden sowie zahlreichen Baustählen, zur Erzielung "automatenfähiger" Eigenschaften zugesetzt. Verwendungsgebiete für A.: spanende Herstellung von Massenteilen wie Schrauben, Muttern, Zündkerzen, Verschraubungsteile und Formteile aller Art.
 
Bake-hardening-Stahl      Bei Raumtemperatur alterungsbeständiger Stahl, der beim Lackeinbrennen zusätzlich verfestigt. Im Anlieferungszustand sind solche Stähle mit ihrer relativ niedrigen Streckgrenze gut kaltumformbar. BH-Stähle kommen beispielsweise im Automobilbau zum Einsatz.
 
Band      Band ist warm- oder kaltgewalztes Flachzeug, das direkt hinter der Fertigstraße - ggf. nach Beizen oder kontinuierlichem Glühen - zu einem Coil aufgehaspelt wird. Das B. hat im Walzzustand leicht gewölbte Kanten, kann aber auch mit beschnittenen Kanten geliefert werden. Warmband kann auch durch Längsteilen eines breiteren Bandes entstehen: - Spaltband Bandprodukte: - Bandstahl.
 
Bandblech      Aus Warmbreitband (Band) geschnittenes Blech, vorwiegend in Dicken bis 15 (max. 20) mm. Im Unterschied dazu Quartoblech.
 
Bandprodukte, Bandstahl kaltgewalzt      Aus Warmbreitband (Band) durch Kaltumformen im Querschnitt um mind. 25% reduziertes Flacherzeugnis mit einer Walz- und Lieferbreite < 600 mm und im allgemeinen 0,40 bis 3,0 mm Dicke, das nach Durchlaufen der Fertigwalze bzw.nach Beizen oder kontinuierlichem Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt wird. Es sind in K. auch Dicken weit über 3 bis zu 8 mm möglich und üblich. Bandbreiten bis 2.000 mm. Prinzipiell sind alle kaltumformbaren Stähle zu K. zu verarbeiten. Technische Lieferbedingungen in DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) für weiche Stähle zum Kaltumformen; DIN 1623-2 für allgemeine Baustähle und DIN 1623-3 für Stähle zu Emaillieren.
 
Bandprodukte, Bandstahl warmgewalzt      Flacherzeugnis mit einem rechteckigen Querschnitt, dessen Breite viel größer als die Dicke ist; hergestellt aus Halbzeug unlegierten oder legierten Stahles. Es wird unmittelbar von der Fertigwalze bzw. nach dem Beizen oder dem kontinuierlichen Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt, so daß die Seitenflächen der Rolle ungefähr in einer Ebene liegen. B. hat im Walzzustand leicht gewölbte Kanten, kann aber auch mit beschnittenen Kanten geliefert werden oder durch Längsteilen (Spalten) eines breiteren Bandes entstehen (Spaltband). Es wird unterschieden: Warmband (Dicken bis zu 20 mm). 1). Warmbreitband mit Breiten > 600 mm, Maßnorm DIN EN 10051 (bisher DIN 1016). 2.) Längsgeteiltes Warmbreitband, das ist warmgewalztes Band mit einer Walzbreite > 600 mm und einer Lieferbreite < 600 mm nach DIN EN 10048 (Entwurf), bisher DIN 1016. 3.) Bandstahl, das ist warmgewalztes Band mit Walzbreiten < 600 mm, das nach Ablängen von der Rolle auch als Bandstahl in Stäben geliefert werden kann. Maßnorm DIN EN 10048 (Entwurf), bisher DIN 1016. Warmbreitband wird zum größten Teil bereits in den Walzwerken durch Querteilen zu Bandblech oder zu Kaltgewalzten Flacherzeugnissen (Bandprodukte, Bandstahl kaltgewalzt) weiterverarbeitet. In bestimmten Sorten wird Warmbreitband als Vormaterial für Großrohre mit Schraubenliniennaht verwendet. Ein weiterer Teil wird in Servicebetrieben des Handels Kundenwünschen entsprechend quer- und längsgeteilt. Bandstahl wird im wesentlichen zur Herstellung von geschweißten Rohren einschließlich Präzisionsstahlrohren, als Vormaterial in Kaltwalzwerken, in geringeren Mengen für Gitterroste, Spezialprofile, im Fahrzeugbau und in der EBM-Industrie verwendet. Die Lieferung erfolgt normalerweise in schwarzer Ausführung. Bei Bedarf kann auch gebeizt, blank oder geölt bezogen werden.
 
Bandsägen      ist ein Sägeverfahren, bei dem das Werkzeug ein endloses Sägeband ist. Unterschieden wird das vertikale (Vertikalbandsägemaschine) und das horizontale B. (Horizontal- und Schwenkmaschinen). Für die Ausführung von Gehrungsschnitten werden im allgemeinen halbautomatische Bandsägemaschinen eingesetzt, deren Ablauf nach dem Durchsägen anhält. Bandsägemaschinen sind besonders für größere Durchmesser geeignet, da das schmale Werkzeug und die geringe Spanabnahme pro Einzelzahn nur geringe Antriebsleistungen benötigt. Mit Hilfe von Lagen- oder Bündelschnitt kann jedoch auch in der Massenfertigung kleiner Durchmesser mit Bandsägemaschinen eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielt werden.
 
Baustahl      Baustahl gibt es in unlegierter oder legierter Ausführung. Im Bereich der unlegierten Qualitätsstähle zählen alle Sorten mit den Stahlgruppennummern 01 und 91 (allgemeine Baustähle mit einer Zugfestigkeit <500 N/mm2) bzw. 02 und 92 (sonstige, nicht für eine Wärmebehandlung bestimmte Baustähle mit Zugfestigkeiten <500 N/mm2) dazu. Bei den unlegierten Edelstahlen findet man Baustahl bei den Stahlgruppennummern 11 und 13. Baustahl in seiner Variante als legierter Edelstahl ist ab Stahlgruppennummer 50 zu finden. Weiteres regelt DIN EN 10 020. Zu unterscheidem sind die einzelnen Baustahlsorten zum Beispiel nach DIN EN 10025 (S, E) oder die Vergütungs- bzw. Einsatzstähle nach DIN EN 10083, DIN EN 10084 (C45;C60).
 
Beizen      Die Erzielung einer blanken Oberfläche durch Einwirkung von Säuren nennt man Beizen. Wichtigste Beizmittel sind verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure. Verunreinigungen (Zunder, Korrosionsprodukte, Fette/Öle etc.) müssen von der Oberfläche entfernt werden. Erst dann kann der Stahl kaltumgeformt (Ziehen, Kaltwalzen) oder oberflächenveredelt werden. Chemisch beständige Stähle werden nach dem Beizen passiviert (Passivierung).
 
Blankdraht      Gezogener Draht.
Blankstahl      wird durch Entzundern und anschließen Kaltformung aus warmgewalztem, seltener aus geschmiedetem Stahl hergestellt und weist eine blanke, glatte Oberfläche sowie eine wesentlich größere Maßgenauigkeit auf als warmgeformte Stahlprodukte. Prinzipiell können alle Stahlsorten blankbehandelt werden. Automatenstahl wird fast ausschließlich in blanker Ausrührung geliefert. Gezogener Blankstahl wird in verschiedenen Querschnittsformen durch Ziehen auf Ziehbänken spanlos hergestellt, nach dem Ziehen gerichtet, in dünneren Abmessungen auch zu Ringen aufgewickelt. Das Ziehen bewirkt gleichzeitig eine je nach Dicke mehr oder weniger tiefgreifende Kaltverfestigung. Geschälter B. mit ausschließlich rundem Querschnitt wird aus gewalztem oder geschmiedetem Stabstahl nach dem Richten durch Schälen spanend hergestellt und anschließend ggf. druckpoliert. Dabei werden die Schälriefen weitgehend geglättet und die Randschicht geringfügig verfestigt. Geschliffener B. ist ein gezogener oder geschälter B., der durch Schleifen eine noch bessere Oberflächenbeschaffenheit und eine noch höhere Maßgenauigkeit erhalten hat. Die Bedeutung der Maßgenauigkeit für B., der vorwiegend für Maschinenteile ohne weitere Oberflächenbearbeitung Verwendung findet, wird durch die Festlegung von Passungen nach ISO (vgl. auch ISO-Toleranzen) in den Maßnormen unterstrichen: DIN EN 10278: Maße und Grenzabmaße von Blankstahlerzeugnissen. DIN 6880: Keilstahl. DIN 59350: Präzisionsflach- und Vierkantstahl. DIN 59370: Blanker gleichschenkliger scharfkantiger Winkelstahl. Für Blankstahlerzeugnisse ist die DIN EN 10277 teil 1 bis Teil 5 maßgebend. Vgl. a. gezogener- , geschälter- und geschliffener Blankstahl.
 
Blankvergüten      Analog dem Blankglühen erfolgt die beim Vergüten erforderliche Wärmebehandlung blanker Teile im Vakuum oder in sauerstofffreier Atmosphäre. Die Oberfläche ist verfahrensbedingt dunkler und rauher als bei nicht wärmebehandeltem Blankstahl. Wo dies unerwünscht ist, kann bei Rundstahl die Ausführung V + SH, d. h. vor dem Schälen vergütet, gewählt werden.
 
Blech      Flacherzeugnis mit etwa rechteckigem Querschnitt, dessen Breite (mind. 600 mm) viel größer als die Dicke ist. Die Oberfläche ist im allgemeinen technisch glatt und eben, kann aber in bestimmten Fällen (z.B. bei Tränenblechen) absichtlich Erhöhungen oder Vertiefungen in regelmäßigen Abständen aufweisen. Es wird unterschieden:
1.) warmgewalztes B., das walzroh oder entzundert sein kann, in Tafeln von meist viereckiger oder auch anderer Form, mit Naturwalz-, mechanisch oder brenngeschnittenen Kanten. Es kann unmittelbar durch Walzen auf einer Umkehrstraße, durch Abteilen von einer Walztafel oder aber von einem kontinuierlich warmgewalzten Band hergestellt sein. Nach der Dicke wird unterschieden in Feinblech von < 3 mm und Grobblech von > 3 mm. Ein auf einer Umkehrstraße erzeugtes B. wird auch als "Quartoblech" bezeichnet. Ein leichtes Kaltnachwalzen (Dressieren oder Skinpass mit meist unter 5 % Verformung) ändert nichts an der Zuordnung zu warmgewalztem B. 2.) kaltgewalztes B., das aus einem warmgewalzten Vormaterial (wie unter l.) durch Kaltwalzen eine Querschnittsverminderung um mind. 25 % erfahren hat. Bei bestimmten Edelstahlsorten kann die Kaltumformung auch kleiner als 25 % sein.
 
Bleilegierter Automatenstahl      Automatenstahl mit etwa 0,15 bis 0,30 % Pb. Gegenüber normalem Automatenstahl ermöglicht B. eine um 25 bis 75% höhere Schnittgeschwindigkeit, eine doppelte Standzeit der Werkzeuge und ergibt eine verbesserte Oberflächenqualität. Dadurch entsteht eine erhebliche Kostenersparnis.
 
Bondern®      Chemische Behandlung der Stahloberfläche. Es bilden sich Phosphatschichten, die als Korrosionsschutz, als Grundierung für Anstriche oder auch zur Verminderung der Reibung beim Umformen dienen. (Phosphatieren).
 
Bramme      Fester Rohstahl mit rechteckigem Querschnitt. Die Breite beträgt mindestens das Zweifache der Dicke. Halbzeug für Blech und Warmbreitband. Man unterscheidet: Rohbramme und Vorbramme.
 
Breitflachstahl      Auf allen vier Flächen warmgewalztes Erzeugnis ohne Oberflächenveredelung nach DIN 59200. Breite b: > 150 bis < 1.250 mm. Dicke: > 4 mm. Lieferung in ausgewalzter, nicht aufgehaspelter Form. Breitflachstahl muß besondere Anforderungen an die Scharfkantigkeit erfüllen. Auch Erzeugnisse, die aus breiteren Teilen brenngeschnitten sind, ansonsten aber die hier definierten Grenzwerte einhalten, gelten als B.
 
Breitflanschträger (Breiter I-Träger)      H-Profil Träger
 
Breitstahl      Stangenförmiges Halbzeug mit rechteckigem Querschnitt und abgerundeten Kanten. Es dient als Vormaterial zum Auswalzen von Stalbstahl und Walzdraht sowie zum Verschmieden.
 
Brennschneiden      Das B. beruht auf der Tatsache, daß Metalle in reinem Sauerstoff verbrennen. Die Verbrennungstemperatur muß hierbei unter der Schmelztemperatur liegen. Auf Zündtemperatur erwärmter Stahl wird im Sauerstoffstrahl verbrannt. Erwärmung mit Brenngas-Sauerstoff-Flamme (Acetylen, Leuchtgas, Propan, Wasserstoff). Das Zumischen von Eisenpulver zur Heizflamme ermöglicht bzw. erleichtert das Schneiden von Gußeisen und chromlegierten Stählen (Pulverbrennschneiden). Der Schneidbrenner wird entweder von Hand geführt oder von einer halb- oder vollselbständig arbeitenden Maschine. Das B. ist nicht nur ein Trennverfahren, sondern es dient auch der Formgebung (Formschnitte, Blechkantenbearbeitung). Brennschneidverfahren sind auch das Sauerstoffhobeln (Flämmen), das Pulverputzen und das Sauerstoffbohren.
 
Brinellhärte      Kurzzeichen HB. Eine gehärtete Stahlkugel (HBS) oder auch eine Hartmetallkugel (HBW) bekannten Durchmessers wird mit der Prüfkraft F senkrecht in die Oberfläche einer glatt aufliegenden Probe gedrückt. Die Prüfkraft ist innerhalb einer definierten Zeitspanne (zwei bis acht Sekunden) aufzubringen; die Einwirkzeit muß zwischen zehn und 15 Sekunden betragen. Aus dem Durchmesser des Eindrucks und der Prüfkraft errechnet sich die Brinellhärte. Das Brinellhärtemeßverfahren kommt bevorzugt bei Eisenbasiswerkstoffen oder NE-Legierungen zur Anwendung. Eine in die Prüfeinrichtung integrierte Heizvorrichtung verleiht dem Brinell-Verfahren Bedeutung zur Ermittlung der Warmhärte von Metallen. Härtemeßverfahren.
 
Bügelsäge      Charakteristisch für das Bügelsägeverfahren ist die reversierende Bewegung des Sägebügels. Wegen der bogenförmigen Bewegung findet sich nur ein Teil des Sägeblattes im Eingriff. Darüber hinaus wandert die Eingriffzone während eines Hubes am Sägeblatt entlang. Damit ist es möglich, selbst dünnwandige Materialien mit hoher Leistung zu zerspanen und im Vollmaterial hohe Vorschübe pro Zahn bei guter Standzeit-Ausnutzung des Sägeblattes zu erreichen.
 
Bund (Stahlbund)      Transportfähig gebundenes Material (z. B. Stäbe, Streifen, Ringe). Als Bund wird auch zur Rolle (Coil) gewickeltes Band bezeichnet.
 
Bundgewicht      Das Versandgewicht eines Bundes (Bund 1. ). Beim Coil unterscheidet man das durch Wiegen ermittelte und das auf die Bandbreite bezogene theoretische Gewicht, beim Blech das Brutto- vom Nettogewicht. Nach Handelsbrauch wird im allgemeinen bfn (brutto für netto) berechnet.
 

Buntmetall      Synonym für Nichteisenmetalle (NE). Hierzu gehört in erster Linie Kupfer mit seinen Legierungen, aber auch Zink, Blei, Nickel, Zinn, Chrom u.a. Die Kupferlegierungen zeigen je nach Cu-Gehalt Farben von gelb bis rotbraun. Im einzelnen unterscheidet man: Messing (Kupfer-Zink-Legierung ggf. mit Blei und anderen Zusätzen), Tombak (Messing mit über 67 % Kupfer), Bronze (Kupfer und Zinn), Rotguß (Kupfer, Zink und Zinn).
 
C (Kohlenstoff)      Kohlenstoff ("C"): In nichtrostenden Stählen erhöht der Kohlenstoffgehalt die Festigkeit, vermindert jedoch zugleich die Dehnung und hat negative Auswirkungen auf die Schweißbarkeit.
 
Charge      (französisch für Bürde, Last) Anderer Name für Beschickung, die in ein metallurgisches Gefäß gegeben wird. Chargieren ist das Einbringen des Gutes, Chargendauer nennt man die Behandlungszeit.
 
Chargennummer      Identitätskennzeichnung des Stahls einer Ofenfüllung (Charge), die zur eindeutigen Identifizierung des Materials in allen Fertigungsstufen dient. Am Fertigprodukt wird die Chargennummer i.d.R. aufgedruckt oder eingeschlagen. Unter der Chargennummer sind die chemische Zusammensetzung, die Vergießungsart und die mechanischen Kennwerte in einem zugehörigen Werkszeugnis registriert. Die Chargennummer ist daher besonders wichtig für die Abnahme.
 
Chemisch beständige Stähle      ist der Oberbegriff für die Stähle der Gruppennummern 40-49 (Stahl-Eisen-Liste, DIN EN 10 020). Hierzu zählen alle nichtrostenden, hitzebeständigen und hochwarmfesten Stähle. Die chemisch beständigen Stähle gehören zu den legierten Edelstahlen.
 
Chemische Zusammensetzung      Sie gibt Aufschluß über die Bestandteile eines Stoffes und zwar sowohl quantitativer als auch qualitativer Art. Die chemische Zusammensetzung eines Stahls vermittelt Einblick in den Gehalt seiner Legierungs- und Begleitelemente. Sie wird während des Stahlerzeugungsprozesses ständig überwacht.
 
Chromstahl      Je nach den Legierungsgehalten der Stähle trägt Cr bei Chrom-Manganstählen, Chrom-Molybdänstählen und Chrom-Nickelstählen entweder zur Verbesserung des Durchhärtens (Einsatz- und Vergütungsstahl, Werkzeugstahl) oder der Korrosionsfestigkeit (chemisch beständige, nichtrostende Stähle) oder der Härte und Verschleißfestigkeit bei.
 
Coil      Zur Rolle gewickeltes [Breit-]Band, Stahlrohr oder gewickelter Draht.
Cyanbadhärten      Einsatzhärten, bei dem die Randschicht des Werkstücks durch Carbonitrieren im Cyanbad aufgekohlt und aufgestickt (Nitrieren) wird.
 
Dampfrohr      Veraltete handelsübliche Bezeichnung für schweres Gewinderohr nach DIN 2441. Nicht geeignet für Dämpfe hoher Temperaturen und Drücke sowie aggressive Medien.
 
Dauermagnetwerkstoffe      Vgl. a. "Ferromagnetismus". Zu den Dauermagnetwerkstoffen (Hartmagneten) zählen als Hauptgruppen die Dauermagnetstähle und die Oxidmagnete. Dauermagnetstähle umfassen verschiedene Legierungstypen, die nach Magnetisierung eine hohe magnetische und technisch nutzbare Energie behalten. Sie bestehen hauptsächlich aus Al-Ni-Co-Legierungen (benannt nach den Legierungselemerten, die sie neben dem Hauptbestandteil Eisen enthalten). Sie werden sowohl durch Gießen als auch durch Pulversintern hergestellt. Die Oxidmagnete (Hartferrite, besonders Bariumferrit) sind gesinterte Verbindungen von Eisenoxid und Bariumoxid, also keramische Werkstoffe. Ihren Werkstoffnummern nach sind sie aber bei den Eisenwerkstoffen mit besonderen physikalischen Eigenschaften eingestuft (z.B. Hartferrit 7/21: W-Nr. 1.3641). Sie sind leichter zu formen und preisgünstiger herzustellen.

Neben Nachrichtentechnik und Meßtechnik finden Dauermagnetwerkstoffe vor allem im Maschinenbau und in der Fertigungstechnik Anwendung - als Haftmagnete, Entstapler, Spannplatten, Transporträder, Greiferstäbe.
 
Dehnung      Verlängerung eines Werkstoffs bzw. einer Probe infolge Krafteinwirkung. Mathematisch ausgedrückt ist D. die gemessene Längenänderung bezogen auf den Ausgangsquerschnitt. Vgl. a. Zugversuch.
 
Dekapieren      D. wird gleichbedeutend mit Beizen (Anwendung bei Elektroblechen und Verzinken) verwendet.
 
Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e.V.      Die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP), gegründet 1933, ist die älteste ZfP-Gesellschaft der Welt. Sie arbeitet als technisch-wissenschaftlicher Verein auf gemeinnütziger Basis und hat laut Satzung den Zweck, Aus- und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) zu fördern. Sie organisiert die Kommunikation zwischen Forschungs- und Entwicklungsinstituten und ZfP-Anwendern, Geräteherstellern und Dienstleistern und mit der Öffentlichkeit. Die DGZfP hat derzeit circa 1000 persönliche und 600 korporative Mitglieder. Dazu gehören alle großen Konzerne und Unternehmen, die ZfP einsetzen, ebenso wie Forschungseinrichtungen, Universitäten und Behörden, aber auch einzelne Personen, die sich mit diesem Fachgebiet befassen. Quelle: DGZfP
 
Direkthärten      ist die am häufigsten angewendete Variante des Einsatzhärtens. Von der Aufkohlungs- (Carbonitrier-)Temperatur wird abgeschreckt und anschließend angelassen. Mit dieser Methode lassen sich die höchsten Kernhärtewerte erzielen. Dabei muß man allerdings eventuell Kornvergröberung oder auch Restaustenitgehalte in der Randschicht in Kauf nehmen. Feinkornstähle eignen sich für diese Wärnebehandlung, die für Werkstücke mit großen Maßtoleranzen in Frage kommt oder solche, die unempfindlich gegenüber Verzug sind, bzw. bei denen der Verzug wieder beseitigt werden kann.
 
Draht      Draht ist ein Erzeugnis mit meist rundem Querschnitt. Durch Warmwalzen von Knüppeln erhält man den Walzdraht. Er wird hinter dem Walzgerüst spiralförmig zusammengelegt. Will man dünne Drähte (<5 mm Durchmesser) haben, so wird der Durchmesser in Ziehereien durch Kaltumformung noch weiter reduziert. Das (Draht-)Ziehen eignet sich auch zur Herstellung von Drähten mit besonderen Anforderungen an die Oberfläche. Der Querschnitt kann kreisförmig sein (Runddraht) oder halbrund, oval, quadratisch, recht-, sechs- oder achteckig. Gewalzter D. hat Dicken von etwa 5 bis über 30 mm, gezogener D. von 13 mm bis herunter zu den kleinsten Durchmessern. D. kann aus allen Stahlsorten hergestellt werden. Von größtem Einfluß auf seine Festigkeitseigenschaften sind die Kaltverformung und Wärmebehandlung. Das Glühen verbessert die Schmiegsamkeit (Blumendraht, Drahtgeflecht) das Härten die Festigkeit (Schirmstangen, Kratzendrähte), das Vergüten und Patentieren die Festigkeit und Zähigkeit (Sprungfedern und Seildraht). Auch Betonstahlmatten und Bewehrungsdraht und ein Teil der Spannstähle, soweit nach der Herstellung aus Walzdraht oder gezogenem D. bestehend, sowie Maschinendraht, Drahtseile, Stacheldraht usw. rechnen zu D. im vorstehenden Sinne. Wichtigste Maßnormen: DIN 177 (Stahldraht kaltgezogen), DIN 2076 (Federstahldraht). DIN 2078 (Stahldrähte für Stahlseile).
 
Dreikantstahl      Im Querschnitt gleichseitiges dreieckiges Stabstahlprofil (nicht genormt). Die Benennung erfolgt nach der Seitenlänge. D. wird gewalzt von 8 bis 60 mm Seitenlänge und blankgezogen geliefert.
 
EC80      Veraltete Euronorm-Bezeichnung für Einsatzstahl. Korrekte Bezeichnung: 16MnCr5 bzw. Werkstoff-Nr.: 1.7131
 
Edelbaustahl      Vergleiche auch unlegierter Edelstahl, legierter Edelstahl.
 
Edelstahl      ist ein Sammelbegriff für diejenigen Stahlsorten, die in einer besonderen Verfahrensweise (Sekundärmetallurgie) erschmolzen wurden, hohen Reinheitsgrad besitzen und gleichmäßig auf die vorgesehene Wärmebehandlung reagieren. Nach der chemischen Zusammensetzung ist zwischen unlegiertem (Stahlgruppennummern 10-18) und legiertem (Stahlgruppennummern 20-89) Edelstahl zu unterscheiden (DIN EN 10 020). Entsprechend ihrem Einsatzzweck unterteilt man
1. die den unlegierten Stählen zugeordneten in Stähle mit besonderen physikalischen Eigenschaften, Bau-, Maschinenbau-, Behälterstähle, die nach Kohlenstoffgehalt oder besonderen Anforderungen weiter klassifiziert werden, sowie Werkzeugstähle;
2. die den liegierten Stählen zugeordneten in Werkzeugstähle, verschiedene Stähle, hitzebeständige und hochwarmfeste Stähle, Bau-, Maschinenbau- und Behälterstähle. Die Schnellarbeitsstähle sind jetzt den verschiedenen Stählen untergeordnet. Eine Sonderstellung unter den legierten Stählen nehmen die nichtrostenden Stähle ein. In der Bundesrepublik Deutschland wurden 1995 rund 8,1 Mio. t Edelstahl hergestellt; das ist ein Anteil von 19,4 % der Gesamt-Rohstahlerzeugung dieses Jahrgangs.
 
Edelstahl Rostfrei      Geschichte des Edelstahls: Im Jahre 1912 begann die industrielle Anwendung von Edelstahl rostfrei. Aus der Patentabteilung auf Stähle mit »hoher Widerstandskraft gegen Korrossion« haben sich seither über 120 Edelstahlsorten entwickelt, die weltweit in allen Bereichen, vom Haushalt über das Bauwesen, Medizin, Fahrzeugbau, chemischen Industrie bis hin zur Meeres- und Umwelttechnik, eingesetzt werden. Innherhalb der letzten Jahre ist die Weltproduktion an nichtrostenden Stählen um fast 6 Millionen Tonnen auf über 18 Millionen Tonnen gestiegen. Die Vorteile sind Ihnen im täglichen Geschäft bekannt: wartungsarm, langlebig, hoch- und verschleißfest, schweißbar, wirtschaftlich, temperaturbeständig, korrosionsbeständig.
 
Einfachhärten      ist ein Spezialfall des Einsatzhärtens (DIN 17022 T3), der nach Aufkohlung in festen Medien angewendet wird oder in den Fällen, in denen besondere Abschreckvorrichtungen (Quetten, Härtedorne) benutzt werden. Ein anderer Anwendungsfall liegt vor, wenn Werkstoffe für eine lokal begrenzte Einsatzhärtung vorbereitet werden müssen: Hier dient das E. nach Zwischenglühen dazu, die aufgekohlte Randschicht vor dem Härten abzuarbeiten.
 
Einsatzhärten      verleiht Stahlbauteilen eine höhere Härte in der Randschicht und verbessert so die mechanischen Eigenschaften der entsprechend behandelten Werkstücke. Beim E. wird die Randschicht zunächst aufgekohlt. Zusätzlich kann aufgestickt werden, man spricht von Carbonitrieren. Erhöhte Randschicht-Stickstoffgehalte verbessern die Härtbarkeit und verleihen dem gehärteten Werkstoff höhere Anlaßbeständigkeit. Im Anschluß daran erfolgt die Härte erzeugende Wärmebehandlung (Härten). Einsatzhärten ist also ein Randschichthärten mit vorausgegangener Anreicherung der Oberfläche mit Kohlenstoff und/oder Stickstoff. Je nach Anforderung an die Gebrauchseigenschaften kann man anschließend anlassen oder tiefkühlen und anlassen. Aufgekohlt wird in festen, flüssigen oder gasförmigen Kohlungsmitteln bei Temperaturen über AC3 (Eisen-Kohlenstoff-Diagramm), wobei sich Einhärtungstiefen von 0,3 bis 4 mm ergeben. Das Härten nach dem Aufkohlen kann erfolgen: 1.) unmittelbar aus dem Einsatz (Direkthärten); 2.) nach Abkühlen auf Temperaturen unterhalb AC1 (Einfachhärten). Dabei liegt die Abschrecktemperatur meist zwischen der beim Kernhärten und der beim Randhärten; 3.) zweimalig (Doppelhärten): Das erste Abschrecken erfolgt unmittelbar aus dem Einsatz und mit Kern-Härtetemperatur, das zweite nach Wiedererwärmen auf Rand-Härtetemperatur.
 
Einsatzstahl      sind gemäß DIN EN 10084 alle Baustähle mit relativ niedrigem C-Gehalt (Kohlenstoff). Zu den Einsatzstählen gehören die unlegierten und niedriglegierten Stähle bis zu einem maximalen Kohlenstoffgehalt von 0,20 %. Da Einsatzstähle zu wenig Kohlenstoff aufweisen, um beim martensitischen Härten nennenswerte Festigkeitssteigerungen zu erzeugen, werden diese in eine kohlenstoffhaltige Atmosphäre "eingesetzt" und hierzu auf Temperaturen zwischen 880 °C und 1050 °C erhitzt (geglüht). Das kohlenstoffhaltige Mittel wird in einem festen, flüssigen oder gasförmigen Aggregatzustand zugesetzt. Bei den hohen Temperaturen diffundiert der Kohlenstoff von außen in die Randschicht des Stahls ein (je nach Aufkohlungsmittel 0,1–0,3 mm je Stunde, stark abhängig von der Temperatur) und erhöht den Kohlenstoffanteil der Randschicht auf etwa 0,8 %, so dass die Härtung an der Oberfläche des Bauteils effektiver wird als im Inneren. Das Ergebnis ist ein Bauteil das im Inneren eine hohe Zähigkeit und auf der Oberfläche erheblich größere Härte und somit eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß aufweist.
Komponenten aus diesen Stählen können auch auf andere Art wärmebehandelt werden. Verwendung für Teile, die gleichzeitig hohem Verschleiß und großen Stoßbelastungen ausgesetzt sind (z. B. Zahnräder, Wellen oder Bolzen).
Beispiele für Einsatzstähle:
C15E: Edelstahl 0,15 % C; weichgeglüht (nur an der überholten Normbezeichnung "Ck 15 G" erkennbar); unlegiert.
25 Mo Cr 4 BF
20MnCr5
17CrNiMo6
16MnCr5 (Euronorm-Bezeichnung: EC80)
 
Eisen      Chemisches Element, Zeichen: Fe, Dichte 7,85 g/cm3 (Schwermetall). Als Metall weicher und zäher als Stahl. Es leitet Strom und Wärme besser und ist korrosionsbeständiger. Chemisch reines Fe kommt in der Natur nur als Meteoreisen vor, sonst nur in Verbindung mit anderen Elementen, vor allem als Oxid und Carbonat. Technisch reines Fe wird nur für besondere Aufgaben verwendet. Roheisen und Gußeisen sind nach Euronorm 20 Eisenlegierungen mit einem C-Gehalt von mehr als 2,0 % C.
 
Eisenerz      In der Natur vorkommende Eisenverbindung, die sich zur Verhüttung eignet. Im E. ist das metallische Eisen in der Hauptsache an Sauerstoff gebunden, liegt also als Oxid vor. Sein Gebrauchswert wird aber nicht nur durch den theoretischen Fe-Gehalt bestimmt (der sich aus der Stöchiometrie der Verbindung ergibt), sondern auch durch die begleitende Gangart (= taubes Gestein) und die Reduzierbarkeit. Die wertvollsten Eisenerze sind Magnetit (Magneteisenstein) und Hämatit (Roteisenstein) mit Fe-Gehalten über 70%. Arme Erze mit weniger als 40 % Fe werden meist schon am Fundort aufbereitet und zu Konzentrat angereichert. Die größten Eisenerzproduzenten der westlichen Welt sind Australien, die USA und Brasilien. Die Farbe des Eisenerzes schwankt zwischen rötlichen, gelblichen und bräunlichen Tönen sowie metallischem Schwarz. Die Reduktion des E. zu Roheisen kann im Hochofen oder in einer Anlage der Direktreduktion erfolgen.
 
Eisenherstellung      Der erste Schritt der Stahlerzeugung ist die Eisenherstellung. Ob klassisch im Hochofen oder nach den Verfahren der Direktreduktion -zunächst muß das von Natur aus oxidische Eisenerz reduziert werden. Erst nach Abtrennung des Sauerstoffs kann das Eisen - als flüssiges Roheisen bzw. Eisenschwamm oder DRI -zu Stahl weiterbehandelt werden.
 
Eisenlegierungen      Alle Legierungen aus Eisen und einem anderen Legierungspartner. Sie enthalten auch im unlegierten Zustand neben Kohlenstoff gewisse Anteile an Eisenbegleitern. Erst durch diese Zusammensetzung erhalten sie ihre besondere Eigenart. E. oder Ferrolegierungen kommen auch im Hütten- und Gießereibetrieb als Legierungszusätze zum Einsatz.
 

Eisenwerkstoffe      heißen alle Metallegierungen, deren Massengehalt an Eisen größer ist als der jedes anderen Elementes.
 
Entzundern      Entfernen des Zunders (Walzzunder, Glühzunder). Es kann mechanisch, chemisch oder elektrochemisch erfolgen. Mechanisch wirken Bürsten, Abklopfen, Verformen (Drahtbiegen, zunderbrechende Walzgerüste) und Strahlen (auch Preßwasserstrahlen oder Flammstrahlen). Chemisch wirken Säure- und Salzbäder (Beizen). Elektrochemisch wirkt eine Behandlung in einem stromleitenden chemischen Bad.
 
Fahrzeugprofile      F. werden warmgewalzt oder aus Warmband - selten aus Kaltband - kaltprofiliert. Nicht genormt. Verwendung im Fahrzeugbau (Stahl-Leichtprofile) als Fahrzeug-U-Profile - die benachbarten Profile passen zusammen -, Kipperleistenprofile, Scheuerleisten-, Regenleisten-, Klappen-Profile, auch als Bordwand-U-Profile.
 
Faser      Bei Metallen bezeichnet man zellenförmige Ungleichmäßigkeiten in Verformungsrichtung auch als Fasern. Sie entstehen meist während Kaltumformung, die zu einer Streckung der Einschlüsse führt.
 
Federstahl      Werkstoff für die Herstellung technischer Federn, die ein außerordentlich vielseitiges Anwendungsspektrum haben. Eine Feder ist ein fester Körper, der die unter äußerer Krafteinwirkung aufgenommene Formänderung wieder rückgängig machen, d. h. die aufgenommene Energie speichern und auch wieder abgeben kann. Die Anforderungen an Federnwerkstoffe sind: 1.) bezüglich der mechanisch-technologischen Werte: hohe Elastizitätsgrenze, hohe Bruchdehnung und Brucheinschnürung, günstige Zeitstand- und Dauerschwingfestigkeit; 2.) bezüglich der Beschaffenheit: geringe Randentkohlung sowie gute, rißfreie Oberfläche. Insbesondere Si- und Mn-legierte Stähle - je nach Anforderung außerdem auch mit Cr, V und Mo, bei Korrosionsbeanspruchung zusätzlich mit Ni legiert - kommen als F. in Frage. Stoffnormen: DIN EN 10089 - Warmgewalzte Stähle für vergütbare Federn; DIN EN 10132-4 - Kaltgewalzte Stahlbänder für Federn; DIN EN 10270-1 - Runder Federstahldraht; DIN EN 10270-3 - Federdraht und Federband aus nichtrostenden Stählen. Ferner für warmfeste Federn die Stähle der WNr. 1.2567, 1.4122 und 1.4923. Maßnormen: Es gelten die für Stabstahl, Draht, Band und Blech üblichen Normen. Für bestimmte Federarten kommen noch hinzu: DIN 1570 -Warmgewalzter gerippter Federstahl; DIN 2077 -Federstahl, rund, warmgewalzt; DIN 4620 -Federstahl, warmgewalzt, für ungeschichtete Blattfedern; DIN 49145 - Federstahl, warmgewalzt, mit halbkreisförmigen Schmalseiten, für Blattfedern.
 
Federstahldraht      1.) Patentiert-gezogener F. aus unlegierten Stählen nach DIN EN 10270-1 (früher DIN 17233-1) in vier Sorten A, B, C und D für verschiedene Beanspruchungen in Rundabmessungen von 0,07 bis 20 mm zur Herstellung von Schraubenfedern, Federringen und sonstigen Drahtfedern. 2.) Ölschlußvergüteter F. aus unlegierten und legierten Stählen nach DIN EN 10270-2 (früher in DIN 17223-2) in je drei Sorten Ventilfederdraht (Kürzel VD) oder Federdraht (FD) in Durchmessern von 0,50 bis 17 mm. 3.) F. aus nichtrostenden Stählen nach DIN EN 10151 und DIN EN 10270-3 (früher in DIN 177224) in drei Sorten. Abmessungsnorm DIN EN 12166 in Verbindung mit DIN EN 10270-1 die außer für Federstahldraht auch für Kupferknetlegierungen nach DIN 18682 gilt.
 
Feinblech      Flacherzeugnis in Dicken von 0,35 bis unter 3,00 mm. Maßnorm DIN EN 10131 (bisher DIN 1541), Technische Lieferbedingungen nach DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) - Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus weichen Stählen zum Kaltumformen, DIN 1623-2 - Kaltgewalztes Band und Blech - Allgemeine Baustähle, DIN 1623-3 - Weiche unlegierte Stähle zum Emaillieren. Hinzu kommen die höherfesten Sorten sowie metallisch oder organisch beschichtete Flachprodukte in den genannten Dicken. Nichtrostende und hitzebeständige Edelstahle in den fraglichen Dicken gehören im eigentlichen Sinn nicht zu F., sie haben auch eigene Maßnormen. Durchweg wird F. auf vollkontinuierlich arbeitenden Anlagen aus Warmbreitband und weiter ebenfalls vollkontinuierlich zu Kaltbreitband gewalzt. In jüngerer Zeit werden auch schon Feinbleche in warmgewalzter Ausführung hergestellt. Die Dünnbandtechnologie wird diesbezüglich noch Umwälzungen bringen.
 
Feinstblech      Kaltgewalztes Blech aus weichem, unlegiertem Stahl: 1.) einfach kaltgewalzt* in Dicken von 0,17 bis 0,49 mm (* = kaltgewalzt, anschließend geglüht und dressiert), 2.) doppelt reduziert* in Dicken von 0,14 bis 0,29 mm (* = nach dem Glühen eine zweite, größere Kaltumformung). Anwendung vorwiegend im Verpackungssektor, daher zahlreiche besondere Vorschriften bezüglich der Oberflächenbeschaffenheit (Eignung zum Bedrucken, für Lebensmittel usw.).
 
Ferromagnetismus      Ferromagnetismus (von lat.: ferrum = Eisen + Magnet) ist die "normale" Form des Magnetismus, so wie er z.B. in Hufeisen- und Kühlschrankmagneten auftritt. Die Anziehungskraft zwischen einem Magneten und einem ferromagnetischen Material ist verantwortlich für den Großteil der magnetischen Erscheinungen des Alltags.

Ein Material wird "ferromagnetisch" genannt, wenn es in einem externen Magnetfeld selbst magnetisiert wird und diese Magnetisierung auch noch eine Zeitlang beibehält, nachdem das externe Magnetfeld entfernt wurde. Ein solches Material wird von einem Magneten angezogen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist Eisen. Die meisten Metalle sind nicht ferromagnetisch und sind daher weder (in ferromagnetischer Weise) magnetisierbar, noch werden sie von einem Magneten angezogen, z.B. Aluminium, Kupfer, Messing, Silber, Gold. Im Alltag lässt sich daher mit einem Magneten leicht prüfen, ob ein metallener Gegenstand aus Eisen ist oder nicht. Eine Ausnahme hiervon stellen austenitische Legierungen dar, die Bestandteil vieler nichtrostender Stähle sind. Ein austenitisches Gefüge ist nicht ferromagnetisch, obwohl es hauptsächlich aus Eisen besteht.

Die Anziehungskraft zwischen einem Magneten und einem ferromagnetischen Metall: Gelangt ein ferromagnetischer Gegenstand in ein Magnetfeld (z.B. in den Nahbereich eines Permanentmagneten), so richten sich die Elementarmagnete (die Atome in seinem Metallgitterverband) entsprechend dieses Magnetfelds aus. Dadurch wird der Gegenstand nun selbst magnetisch. Die beiden Magnetfelder haben die gleiche Ausrichtung, daher entsteht zwischen dem Gegenstand und dem Magneten eine magnetische Anziehungskraft. Ein ferromagnetisches Material wird aus diesem Grund sowohl von magnetischen Nordpolen als auch von Südpolen angezogen. Im Normalfall verliert sich diese Magnetisierung zum größten Teil sofort, wenn der Gegenstand wieder aus dem externen Magnetfeld entfernt wird. Lediglich ein kleiner Restmagnetismus bleibt zurück, die sogenannte Remanenz. Es gibt jedoch auch Methoden, mit denen eine dauerhafte starke Magnetisierung des ferromagnetischen Materials erreicht werden kann. Mit solchen Methoden können ferromagnetische Körper, aus z.B. Eisen, zu Permanentmagneten magnetisiert werden, d.h. eine deutliche erkennbare (makroskopische) Magnetisierung dauerhaft annehmen. Alle Permanentmagnete sind entweder ferromagnetisch oder ferrimagnetisch, ebenso die Metalle, die deutlich von ihnen angezogen werden. Ferromagnetische Festkörper, die magnetisiert sind, bezeichnet man als Ferromagnete.

Entstehen von Ferromagnetismus: Ferromagnetismus entsteht dadurch, dass elementare magnetische Momente eine parallele Ordnung aufweisen. Die Bereiche gleicher Magnetisierung werden "Domänen" oder "Weiss-Bezirke" genannt. Sie treten in Größen von 0,01 µm bis 1 µm auf und sind im unmagnetisierten Zustand der Substanz nicht einheitlich orientiert.

Die magnetische Ordnung wird bei hohen Temperaturen aufgebrochen, die Ferromagneten sind dann nur noch paramagnetisch. Die Temperatur, ab der die ferromagnetische Ordnung verschwindet, wird als Curie-Temperatur TC (nach Pierre Curie, dem Gatten von Marie Curie) bezeichnet. Der Paramagnetismus bleibt für alle Temperaturen oberhalb der Curie-Temperatur erhalten, selbst nach Übergang des Festkörpers in Flüssigkeitsphase oder Gasphase.

Elemente mit ferromagnetischen Eigenschaften:
Substanz TC in K
Co 1395
Fe 1033
Ni 627
CrO2 390
Gd 289
Dy 85
EuO 70
Ho 20

Unter den Elementen bzw. Metallen in Reinform weisen Eisen, Kobalt und Nickel bei Raumtemperatur ferromagnetische Eigenschaften auf. Bei tieferen Temperaturen werden auch die Lanthanoide Gadolinium, Dysprosium, Holmium, Erbium und Terbium ferromagnetisch. In der Praxis verwendet man häufig ferromagnetische Legierungen wie z. B. AlNiCo, SmCo, Nd2Fe14B, NiFe („Permalloy“), oder NiFeCo („Mumetall“). Bemerkenswert ist, dass unter bestimmten Umständen auch einige Verbindungen im Allgemeinen nicht ferromagnetischer Elemente ferromagnetisches Verhalten aufweisen, beispielsweise Chromdioxid, Manganarsenid, Europiumoxid oder die suprafluide A-1 Phase von He-3.

Physikalischer Ursprung: Träger der elementaren magnetischen Momente sind die Elektronenspins. Wie bei anderen kooperativen magnetischen Phänomenen ist auch beim Ferromagnetismus die magnetische Wechselwirkung viel zu schwach, um für die Ordnung der Spins verantwortlich zu sein. Bei der ferromagnetischen Ordnung kommt noch hinzu, dass die parallele Ausrichtung magnetischer Momente für die magnetische Wechselwirkung energetisch ungünstig ist. Verantwortlich für die parallele Spinordnung des Ferromagneten ist die sogenannte Austauschwechselwirkung, die mit der Existenz von Singulett- und Triplett-Zuständen bei Zwei-Elektronen-Systemen zu tun hat und mit dem Pauli-Prinzip zusammenhängt. Es handelt sich also um ein echt quantenmechanisches Phänomen, das nicht einfach zu verstehen ist. Eine anschauliche Darstellung hierzu gibt die Bethe-Slater-Kurve, welche die Austauschwechselwirkung in Abhängigkeit vom relativen Atomabstand zeigt. Der relative Atomabstand ist hierbei das Verhältnis des Atomabstandes der benachbarten Atome zum Durchmesser der nicht abgeschlossenen Elektronenschale. In einem Satz: „Die Ordnung der magnetischen Momente wird durch die (quantenmechanische!) Austauschwechselwirkung vermittelt, nicht durch (klassische!) magnetische Wechselwirkung.“

Domänen: Die Austauschwechselwirkung wirkt nur zwischen Fermionen, deren Wellenfunktionen einen wesentlichen Überlapp aufweisen, in der Regel also nur zwischen nahegelegenen Teilchen. Die magnetische Wechselwirkung wirkt hingegen auch zwischen weit entfernt liegenden magnetischen Momenten. Daher steigt in einem ausgedehnten Ferromagneten der magnetische Energieaufwand irgendwann über den Energiegewinn der Austauschwechselwirkung. Die ferromagnetische Ordnung des Festkörpers zerfällt dann in unterschiedlich orientierte Domänen. Die Bereiche des Festkörpers, in denen unterschiedlich orientierte Domänen aufeinandertreffen, heißen Domänenwand. Je nach Drehsinn der Magnetisierung in der Wand spricht man von Bloch-Wand oder Néel-Wand. Die Ausbildung der Domänenwand erfordert die Verrichtung von Arbeit gegen die Austauschwechselwirkung, die Verkleinerung der Domänen (des Volumens einer zusammenhängenden Domäne) reduziert die magnetische Energie eines Festkörpers. Diese Arbeit kann aus der Fläche der Hystereseschleife berechnet werden. Aufgrund der nicht kontinuierlich erfolgenden Ausrichtung der Weiss-Bezirke unter dem Einfluss äußerer Magnetfelder können sog. Barkhausen-Sprünge beobachtet werden.

Anwendung: Ferromagnetische Werkstoffe weisen eine hohe Permeabilität mit auf. Dadurch werden die magnetischen Feldlinien gut im Vergleich zum umgebenden Material (etwa Luft mit ) geleitet. Dadurch finden ferromagnetische Werkstoffe etwa in Elektromagneten und Transformatoren Verwendung.

Quelle: Wikipedia
 
Festigkeit      ist der Widerstand, den ein Werkstoff dem Einwirken einer äußeren Kraft entgegensetzt, ohne daß der Werkstoff versagt. Sie kann sich mit der Temperatur und/oder der Zeit ändern. Bei Werkstücken spricht man von Werkstück- oder Gestaltfestigkeit.
 
Festigkeitseigenschaften      Zur Kennzeichnung der Festigkeitseigenschaften eines Werkstoffs genügt in den meisten Fällen die Angabe der Zugfestigkeit. Lang andauernde Beanspruchungen oder solche bei höheren Temperaturen führen früher zum Bruch. Das Verhalten des Werkstoffs unter diesen Umständen wird durch die Zeit[stand]festigkeit und die Dauer[schwing]festigkeit ausgedrückt. Die Festigkeitseigenschaften sind wichtige Größen, wenn es um die Gebrauchseigenschaften eines Werkstoffs geht.
 
Festlänge (Feste Länge)      Eine bestimmte Länge bei Stab- und Formstahl und Rohren, die im Rahmen der Längenarten mit einer zulässigen Abweichung geliefert wird: 1.) bei Formstahl ±50 mm 2.) bei Stabstahl ±100 mm (hier kann die Gesamtspanne auch ganz auf die Plusseite gelegt werden, also -0/+200 mm) 3.) bei Rohren mit einer Toleranz von ±500 mm Anfallende kürzere Längen dürfen bei Präzisionsrohren in bestimmtem Rahmen mitgeliefert werden. Im Unterschied hierzu Herstellänge, Genaulänge.
 
Fixlänge      Veraltete, aber noch im Sprachgebrauch übliche Bezeichnung für Festlänge und Genaulänge.
 
Flacherzeugnisse      haben nach DIN EN 10079 einen etwa rechteckigen Querschnitt, dessen Breite viel größer als die Dicke ist. Die Oberfläche ist technisch glatt, kann aber (z.B. bei Tränenblechen) absichtlich Vertiefungen oder Erhöhungen in regelmäßigen Abständen aufweisen. Das sind:
1. Warmgewalzte Erzeugnisse wie
- Breitflachstahl
- Bleche
- Warmbreitband (> 600 mm)
- Längsgeteiltes Warmbreitband (Walzbreite > 600 mm, Lieferbreite > 600 mm)
- Bandstahl (Walzbreite < 600 mm)
2. Kaltgewalzte Erzeugnisse
- Blech
- Kaltbreitband (> 600 mm)
- Längsgeteiltes Kaltbreitband (Walzbreite > 600 mm, Lieferbreite > 600mm)
- Kaltband (Walzbreite < 600 mm)
 
Flachhalbrundstahl (Halbrundstahl)      1.) Halbrund genormt in sechs Größen von 16-75 mm (Zahlenwert = Durchmesser) 2.) Flachhalbrund genormt in 13 Größen von 14 x 4 bis 100 x 25 mm (Zahlenwerte = Breite x Höhe). Nicht genormte Zwischenabmessungen sind evtl. als Spezialprofile erhältlich.
 
Flachstahl      1.) Rechteckiges Stabstahlprofil, warmgewalzt nach DIN 1017 von 10 x 5 bis 150 x 60 mm. Breiten über 150 mm gelten als Breitflachstahl. 2.) Geschmiedeter F. nach DIN 7527-6. 3.) Blanker F. nach DIN 174. Normbezeichnung für F. nach DIN EN 10079: Flachstäbe.
 
Flachzeug      Überholter Sammelbegriff für Bleche und Bänder. Jetzt gültige Bezeichnung nach DIN EN 10079: Flacherzeugnisse.
 
Formstahl      Mit DIN EN 10079 überholte Bezeichnung für Große I-, H - und U-Profile.
 
Gammastrahlenprüfung      Die G. zählt zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Die Gammastrahlen können einen Prüfkörper geradlinig durchdringen. Der Grad der Durchdringung hängt von der Dicke des Prüfteils, der Dichte und chemischen Zusammensetzung des Werkstoffs sowie der Wellenlänge der Strahlung ab. Die aus dem Prüfteil austretenden Gammastrahlen treffen auf einen Röntgenfilm und führen dort zu Schwärzungen. Stärker geschwärzte Stellen weisen auf Werkstoffehler hin. Künstlich radioaktiv gemachte Elemente bzw. Isotope (z. B. Co 60, Cs 137, Ta 182, Ir 192) werden als Strahlenquellen benutzt. Die kleinen zylinderförmigen Gammastrahler sind handlicher als Röntgengeräte, arbeiten aber mit längerer Belichtungszeit.
 
Genaulänge      Im Unterschied zur Festlänge werden eingeengte Toleranzen eingehalten: 1.) Bei Formstahl zwischen +50 und +5 mm, wobei +25, +10 und +5 mm zu bevorzugen sind; 2.) bei Stabstahl zwischen unter +100 und +5 mm, wobei +50, +25, +10 und +5 mm bevorzugt werden sollen. Anfallende kürzere Längen dürfen in bestimmtem Rahmen mitgeliefert werden; 3.) bei Rohren entsprechend Festlegung in den Normen mit Nur-Plus-Toleranz in verhältnismäßig engen Grenzen (ohne Mitlieferung kürzerer Längen). Im Unterschied hierzu: Herstellänge, Festlänge.
 
Geschälter Blankstahl      Rundstahl, der durch Schälen auf Schälmaschinen hergestellt und anschließend gerichtet und/oder druckpoliert wird. Dieser Arbeitsgang führt zu Erzeugnissen mit besonderen Eigenschaften hinsichtlich der Form- und Maßgenauigkeit sowie der Oberflächenausführung. Die Spanabnahme beim Schälen wird so bemessen, daß eine Oberfläche nahezu frei von Walzfehlern und Randentkohlung erzielt wird.
 
Geschliffener Blankstahl      ist gezogener oder geschälter Rundstahl, der durch Schleifen oder durch Schleifen und Polieren eine noch bessere Beschaffenheit der Oberfläche und eine noch höhere Maßgenauigkeit erhalten hat.
 
Gesenkschmieden      Gewalzte, stranggegossene oder -gepreßte Halbzeuge werden für diese Warmformgebung eingesetzt. Beim kontinuierlichen "Schmieden von der Stange" wird ein Teilvolumen im Gesenk (Werkstückhohlform) umgeformt und von der Stange abgetrennt. Im satzweisen Betrieb wird ein komplettes Volumen in einer zweiteiligen Hohlform umgeformt, dem Ober- und Untergesenk. Hierzu kommen verschiedene Bauarten von Schmiedehämmern, mechanische oder hydraulische Pressen und Sondermaschinen zum Einsatz. Hochgeschwindigkeitshämmer werden sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch wegen der hohen Verzögerungskräfte nur für hochwarmfeste Werkstoffe mit hohen Uniformgraden und geringen Wanddicken senkrecht zur Schlagrichtung angewendet. G. ist ein Verfahren zur Herstellung von Konstruktionsteilen für Maschinen, Apparate und Fahrzeuge, Schrauben. Bolzen, Niete, Muttern, Werkzeuge (Hämmer, Zangen, etc.), warmgeformten, dickwandigen Blechteilen, chirurgischen Instrumenten und Schneidteilen. Gesenkschmiedestücke können einbaufertig hergestellt werden, müssen nur teilweise spanend bearbeitet werden. Das Gegenteil dazu ist das Freiformschmieden (Schmieden).
 
Gezogener Blankstahl      Hierzu zählen Stahlerzeugnisse verschiedener Ouerschnittsformen, die aus warmgewalztem Stabstahl oder Walzdraht nach Entzunderung durch Ziehen auf einer Ziehmaschine (spanlose Kaltumformung) hergestellt werden. Dieser Arbeitsgang führt zu einer Kaltverfestigung und besonderen Merkmalen hinsichtlich der Form, der Maßgenauigkeit und der Oberflächenausführung des Erzeugnisses. Die Stäbe sind unabhängig von ihren Abmessungen stets gerichtet.
 
Gezogener Draht      Aus Walzdraht durch Kaltformung (Drahtziehen) hergestelltes Erzeugnis mit einem über die ganze Länge gleichbleibenden Querschnitt, das kalt zu regelmäßigen oder regellosen Ringen aufgehaspelt ist. Querschnitt im allgemeinen rund, aber auch halbrund, oval, rechteckig, quadratisch, sechs- oder achteckig u.a. Grundsätzlich kann Draht aus allen Stahlsorten gezogen werden. Überwiegend wird ®Walzdraht nach DIN 17140-1 eingesetzt. Diese Norm enthält den Grundstahl D 9 (WNr. 1.0010) mit £ 0,10 % C sowie 28 Qualitätsstähle D 5-2 bis D 95-2 mit steigenden C-Gehalten von £ 0,06 bis 0,95 %, wodurch sich die je nach Behandlungszustand unterschiedlichen Festigkeitsstufen ergeben. Oberflächenbeschaffenheit nach DIN 1653 in etwa 20 Varianten blanker Ausführung, von blank bis geschliffen bzw. poliert. Zahlreiche Oberflächenarten mit metallischen und nichtmetallischen Überzügen sowie Wärme- und Nachbehandlungsarten sind möglich.Maßnorm:DIN EN 10218 (Teil 1 Prüfvorschriften), DIN EN 10218-2 Stahldraht und Drahterzeugnisse - Drahtmaße und Toleranzen für Abmessungen von 0,050 bis 25,0 mm. Die Norm gilt für runden Draht sowohl in blanker (d.h. ohne Überzug) als auch in für Stahldraht mit metallischen sowie nicht metallischem Überzug. Die Abmessungsnorm für Federstahldraht DIN 2076 ist entfallen. Stahldraht für Seile DIN EN 10264 (alt: 2078).
 
Glattendrohr      Siederohr, Gegensatz: Gewinderohr
 
Glattwalzen      Beim G. werden eine oder mehrere gehärtete, polierte Rollen oder Walzen mit großer Kraft auf die umlaufende Werkstückoberfläche gedrückt. Beim G. kommen die harten Glattwalzen zuerst mit den Rauhspitzen der Werkstückoberfläche in Berührung, die plastisch verformt und heruntergedrückt werden. Durch G. bewirkt man eine erhebliche Verbesserung des tragenden Teils der Oberfläche (z.B. Lagerzapfen), gleichzeitig wird die Oberflächenschicht verdichtet und verfestigt; Oberflächenrauheit, höhere Maßgenauigkeit, verfestigte Außenschicht. (Komprimieren)
 
Glühen      nennt man die Wärmebehandlungen, mit denen man Werkstoffeigenschaften verändern kann. Zunächst erfolgt eine Erwärmung des Stahles auf bestimmte Temperaturen, gefolgt von einer bestimmten Haltezeit und anschließendem Abkühlen. Die Temperaturen für die verschiedenen Glüharten richten sich nach dem C-Gehalt und den Legierungsbestandteilen. Die Gefügebeeinflussung zeigen das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm und besonders die ZTU-Schaubilder.
 
Glühfarbe      Von der jeweiligen Temperatur abhängige Farbe eines glühenden Körpers. Er sendet mit steigender Temperatur Lichtstrahlen von abnehmender Wellenlänge aus, wobei sich die Lichtfarbe von Rot über Gelb nach Weiß ändert. Jeder Temperatur ist eine entsprechende Farbe zugeordnet. Somit kann man die Temperatur eines Körpers anhand seiner G. abschätzen (z. B. dunkelbraun = 550, dunkelrot = 680, hellrot = 850, gelb = l .100, gelbweiß = l.200 °C).
 
Grobblech      Blech mit einer Dicke von 3 mm und mehr. G. wird in praktisch allen unlegierten und legierten Stahlsorten geliefert. Maßnorm DIN EN 10029 (früher DIN 1543). Grenzabmaße der Dicke sind seit dieser Normung eingeteilt in vier Klassen: A) unteres Grenzabmaß von der Nenndicke abhängig; B) unteres Abmaß einheitlich - 0,3 mm C.) unteres Abmaß 0 D.) symmetrisch zum Nennwert verteilte Grenzabmaße in Abhängigkeit von der Nenndicke.
 
Große I-, H- und U-Profile (früher Formstahl)      Nach DIN EN 10099 sind dies: Warmgewalzte Erzeugnisse, deren Querschnitt an die entsprechenden Buchstaben erinnert, mit folgenden gemeinsamen Merkmalen: Höhe > 80 mm, die Stegflächen gehen mit Ausrundungen in die Innenfläche der Flansche über, die Flansche sind im allgemeinen symmetrisch angeordnet, die Außenflächen der Flanschen sind parallel, die Dicke des Flansches nimmt entweder vom Steg nach außen leicht ab (Profile mit geneigten Flanschflächen) oder sie bleibt gleich (parallel-flanschige Profile). Dazu zählen:
I-Profile: (bisher: Doppel-T-Träger), mit schmalen oder mittelbreiten Flanschen, deren Flanschbreite kleiner oder gleich dem 0,66fachen der Nennhöhe des Profils und kleiner als 300 mm ist.
H-Profile: mit breiten oder sehr breiten Flanschen (bisher: Breitflanschträger), deren Flanschbreite größer als das 0,66fache der Nennhöhe oder 2 300 mm ist. H-Profile, deren Flanschbreite mehr als das 0,8fache beträgt, werden auch als Stützenprofile bezeichnet.
U-Profile: In der üblichen Profilreihe haben die Flansche, deren Innenflächen geneigt sind, eine Breite von höchstens 0,5 h + 25 mm. Fundamentprofile sind I- oder H-Profile, deren Steg und Flansche dieselbe Dicke haben.
Große I-, H- und U-Spezialprofile sind solche ähnlicher Form, deren Querschnitt und/oder Maße Besonderheiten aufweisen. Im Unterschied dazu sind andere warmgewalzte Profile zu nennen: Kleine U-, I- und H-Profile, Winkelprofile, T-Profile gleichschenklig, Wulstflach- und kleine Spezialprofile.
 
Grundstähle      Nach DIN EN 10020 sind G. Stahlsorten mit Güteanforderungen, deren Erfüllung keine besonderen Maßnahmen bei der Herstellung erfordert. G. sind: nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt, mit Mindestanforderungen an die mechanischen Werte ausgestattet. Sie haben keine weiteren Gütemerkmale und abgesehen von Si und Mn keine weiteren Legierungsgehalte.
 
Güteklasse      Nach DIN EN 10020: Begriffsbestimmungen für die Einteilung der Stähle, wonach in erster Linie die beiden Hauptgüteklassen der unlegierten und legierten Stählen zu unterscheiden sind, werden diese untergliedert in: Grundstähle, Unlegierte Qualitätsstähle, Unlegierte Edelstähle, Legierte Oualitätsstähle und Legierte Edelstähle.
 
Gütenorm      In Gütenormen werden die Technischen Lieferbedingungen für die Werkstoffarten bzw. -Sorten erfaßt (z. B. Betonstahl: DIN 488, Kaltgewalztes Band und Blech: DIN EN 10130 (zuletzt DIN 1623), Unlegierte Baustähle: DIN EN 10025 (zuletzt DIN 17100), Vergütungsstähle: DIN EN 10083 (zuletzt DIN 17200). Die Sorten werden mit ihrer chemischen Zusammensetzung, den mechanischen und technologischen Eigenschaften, deren Prüfung sowie Behandlungs- und Bearbeitungshinweisen usw. festgelegt und mitgeltende Normen (z. B. Maßnormen für die verschiedenen Erzeugnisformen aus den jeweiligen Sorten) angesprochen
 
H-Profile (Formstahl)      Vgl. a. Große I-, H- und U-Profile (früher Formstahl). H-Profile sind große warmgewalzte Profile (bisher: Breitflanschträger) mit breiten oder sehr breiten Flanschen nach DIN EN 10034. Für die Nennmaße gelten bis zum Erscheinen einer Europäischen Norm die DIN 1025 Teile 2 bis 5.
 
Härtbarkeit      Fähigkeit der Stähle, beim Abschrecken aus dem Austenitgebiet Härte anzunehmen. Faßt die Aufhärtbarkeit mit der Einhärtbarkeit zusammen. Die Härtbarkeit wird im Stirnabschreckversuch nach Jominy ermittelt.
 
Härte      Widerstand, den ein Werkstoff einer Verformung entgegensetzt. Die Härte erlaubt Aussagen über die Festigkeit eines Werkstoffs. Man ermittelt sie mit verschiedenen Härtemeßverfahren.
 
Härten      Wärmebehandlung - bestehend aus Austenitisieren und schnellem Abkühlen - mit dem Ziel der Martensitbildung. 1.) Die Umwandlungshärtung ist nur bei Werkstoffen möglich, die beim Abkühlen die y/a-Umwandlung (Eisen-Kohlenstoff-Diagramm) durchmachen (gilt also nicht für austenitische oder ferritische Stähle). Voraussetzung für eine Härtesteigerung ist die Anwesenheit von mind. 0,2 % Kohlenstoff, der im Gamma-Eisen gelöst ist, bei schneller Umwandlung aber nicht mehr ausdiffundieren kann und das Ferritgitter verspannt. Weil die Beweglichkeit des Kohlenstoffs in unlegierten Stählen größer ist als in manchen legierten (Mn, Cr, Ni) Stählen, muß unlegierter Stahl mit größerer Abschreckgeschwindigkeit in Wasser abgekühlt werden. Demgegenüber wird legierter Stahl in Öl bzw. an Luft abgekühlt. Die vom Härten herrührenden Spannungen werden durch Anlassen gemildert. 2.) Die Ausscheidungshärtung benutzt das temperaturabhängige Lösungsvermögen des Eisengitters für gewisse Fremdatome. Gesättigte Mischkristalle werden abgeschreckt und scheiden bei Raumtemperatur überschüssige Fremdatome, die nicht mehr gelöst werden können, aus. Diese verspannen das Gitter und führen so zu einer Festigkeitssteigerung. 3.) Die Kalthärtung ist eine Begleiterscheinung der Kaltumformung. Sie entsteht durch die Gleitvorgänge im Gefüge und durch die Verformung und Verspannung der Kristallite.
 
Härteverfahren      Methoden zur Ausführung der Umwandlungshärtung. Sie richten sich nach der betreffenden Härteaufgabe. Das Durchhärten kommt für Teile in Frage, die auch im Kem hart sein müssen, das Randschichthärten für verschleißbeanspruchte Werkstücke (Härten).
 
Halbberuhigter Stahl      Halbberuhigte Schmelzen werden im Stahlwerk auf Kohlenstoffmassengehalte zwischen 0,03 und 0,1 % heruntergefrischt. Bei der Desoxidation wird der Sauerstoffmassengehalt auf 0,012 % abgesenkt. Man kann auf zwei verschiedene Weisen verfahren:
1. Zunächst kann man die Schmelze unberuhigt vergießen. Nach Erstarrung einer Randschicht wird die Ausscheidung von CO chemisch oder mechanisch unterbrochen.
2. Man beruhigt beim Abstich, aber nur so weit, daß eine geringe Gasbildung beim Erstarren einsetzt. Die zweite Variante hat sich durchgesetzt.
Halbberuhigter Stahl vereint die Vorteile von unberuhigtem und beruhigtem Vergießen. Von Nachteil ist die geringe Tieftemperaturzähigkeit. Halbberuhigte Massenstähle lassen sich auf Stranggießanlagen vergießen.
 
Halbierte Träger      Wichtige Bauelemente, die zu den Stahlbauprofilen zählen:
a) halbierte - I-Träger nach DIN EN 10024 (alt: DIN 1025-2). Im Lieferbereich I 80 bis 550,
b) halbierte I- ujd H-Profile nach DIN EN 10034 (alt: DIN 1025-2) im Lieferbereich 100 bis 1.000 mm Profilhöhe.
Diese Profile entstehen durch Teilen der vollen Träger in der Stegmitte, werden bei entsprechenden Bestellmengen von den Walzwerken geliefert oder als Anarbeitung vom Stahlhandel gefertigt. Möglich ist auch das Teilen an anderen Stegstellen, wodurch dann mehr oder weniger breitfüßige T-Profile entstehen.
 
Halbrundstahl      vergl. Flachhalbrundstahl und Spezialprofile. I.d.R. erhältlich wie folgt:
a) Halbrund genormt in sechs Größen von 16-75 mm (Zahlenwert = Durchmesser)
b) Flachhalbrund genormt in 13 Größen von 14 x 4 bis 100 x 25 mm (Zahlenwerte = Breite x Höhe).
Nicht genormte Zwischenabmessungen sind evtl. als Spezialprofile erhältlich.
 
Halbrundstahl      vergl. Flachhalbrundstahl
Halbzeug      Stahlkörper, die bereits eine Formgebung durch Warmwalzen oder im Stranggießverfahren erhalten haben und aus denen im allgemeinen durch weitere Umformung Fertigerzeugnisse hergestellt werden. Hierzu gehören: vorgewalzte Blöcke (Vorblöcke von rundem oder quadratischem Querschnitt), vorgewalzte Brammen (Vorbrammen), Knüppel, Platinen und Breitstahl. Im Unterschied zum Fertigerzeugnis meist rundkantig, mit groben und nicht normmäßig festgelegten Maßtoleranzen sowie ohne besondere Ansprüche an die Oberfläche. Handelsüblich werden auch die im Standguß oder Strangguß erzeugten Rohblöcke und Rohbrammen dem H. zugerechnet. In der verarbeitenden Industrie verstehen Konstrukteure sowie Stahl- und Metallverarbeiter (entsprechend DIN 1353) unter H. gewalzte, geschmiedete, gezogene, gepreßte oder nach anderen Verfahren hergestellte Profile, Stäbe, Stangen, Rohre, Drähte, Bleche, Platten, Tafeln, Bänder, Streifen, Folien und ähnliche Erzeugnisformen mit über die Länge gleichbleibendem Querschnitt.
 
Hart[metall]legierungen      bestehen zu einem großen Teil (bis zu 95%) aus hochschmelzenden, sehr harten Carbiden. Dabei kann es sich um eine Carbidsorte oder um Carbide verschiedener Hartstoffe (W, Ti, Ta, Nb) handeln. Weiterhin kommen auch Chrom- oder Borcarbide sowie Verbindungen der genannten Hartstoffe mit Stickstoff vor. Der Rest ist Bindephase, wofür grundsätzlich Fe, Co oder Ni zur Verfügung stehen. In der Praxis wird überwiegend Co benutzt. Während die Carbide die Verschleißfestigkeit aufbringen und für gute Schneideigenschaften sorgen, ist die Bindephase für eine gewisse Zähigkeit und Biegefestigkeit verantwortlich. H. werden pulvermetallurgisch hergestellt. Zunächst werden Bindephase und Hartstoffe innig zu einem Pulver vermischt. Das Pulver wird nun gepreßt und bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes der Bindephase gesintert. Betrachtet man das Gefüge, so sieht man Zusammenballungen von Carbiden, deren Zwischenräume von Bindephase ausgefüllt sind.
 

Herstellänge      Die H. ist für die verschiedenen Produkte nicht einheitlich. Sie ist bei Stab- und Formstahl den Maßnormen, bei Rohren den Technischen Lieferbedingungen zu entnehmen. Allgemein gilt für H., daß diese nicht in der Bestellung angegeben werden muß, der Hersteller darf dann in beliebiger H. im Rahmen der Normen liefern. Wird dies nicht gewünscht, sind besondere Vereinbarungen zu treffen. H. für Stabstahl: je nach Querschnitt, z.T. nach Abmessungen gestuft, zwischen 3 und 12 m; Formstahl: 4 bis 15 m. Kleinere oder größere Längen können fallweise mit dem Hersteller vereinbart werden. Rund- und Vierkantstahl kann in eingeschränkten Längen geliefert werden, wenn der Längenbereich bei der Bestellung vereinbart wird. Dabei muß die Spanne mind. 2 m betragen. H. für Rohre: a) warmgefertigte Rohre, nahtlos wie sie bei der Herstellung anfallen, im allgemeinen 4 bis 7 m, geschweißt je nach Herstellungsverfahren 6, 8,12 oder 16 m; b) kaltgefertigte Rohre, gezogen 2 bis 7 m, geschweißt maschinenfertig im allgemeinen 6 m. Im Unterschied hierzu: Festlänge, Genaulänge.
 
Hitze- und zunderbeständige Stähle      Werden unlegierte Stähle bei Temperaturen über 550°C gasförmigen Angriffsmitteln (Luft oder Verbrennungsgasen) ausgesetzt, verzundern sie an der Oberfläche und bieten durch Abplatzen des Zunders permanent neue Reaktionsmöglichkeiten. Durch das Zulegieren von Chrom in Gehalten von etwa 3 bis 28 % wird die Zunderung gehemmt. Dieses Verhalten wird durch Zusatz von Silicium und Aluminium noch verstärkt. Die drei Elemente bilden in oxidierender Atmosphäre dichte und festhaftende Deckschichten, die eine weitere Zunderung behindern. Diese Schichten müssen elastisch sein, damit sie bei der durch die Erwärmung bewirkten Materialausdehnung nicht zerstört werden. Obergrenze der Beständigkeit etwa 1.200°C. Zur Erhöhung der Warmfestigkeit und Dauerbelastbarkeit wird Ni in abgestuften Gehalten von etwa 8 bis 35 % zulegiert, damit die Stähle gleichzeitigen mechanischen Beanspruchungen gewachsen sind. Verbesserung der Zunderbeständigkeit durch Ni erst bei über 25%. Anwendung: Apparatebau, industrielle Wärmetechnik usw. Maßgebend Euronorm 95 - 79 bzw. SEW 470 (Hitzebeständige Walz- und Schmiedestähle), DIN EN 10295 (Hitzebeständiger Stahlguß), DIN EN 10095 Hitzebeständige Stähle und Nickellegierungen. Lieferformen: warm- und kaltgeformte Bleche, Bänder, Stäbe, Drähte, Rohre, Schmiede- und Gußstücke.
 
HNS-Stahl      (high nitrogen steels - hochaufgestickte Stähle). Stickstoff löst sich - wie Kohlenstoff - interstitiell im Kristallgitter und trägt so zur Härtesteigerung bei. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ferritischen oder austenitischen Stahl handelt. Der Härtungseffekt durch Nitride ist wirksamer als durch Carbide. Diesen Effekt nutzen die HNS-Stähle. Unter hohem Druck (um die Stickstofflöslichkeit zu erhöhen) werden sie im Elektroschlacke-Umschmelzverfahren in Stickstoffatmosphäre hergestellt. Anwendungsbeispiele für diese hochfesten Sorten sind Werkzeuge, Eisenbahnräder, nahtlose Rohre.
 
Hochfeste Edelbaustähle      Stähle mit Zugfestigkeiten bis zu 2.450 N/mm² -im Gegensatz zu konventionellen Vergütungsstählen, die eine Zugfestigkeit bis etwa 1.400 N/mm² zulassen. Hohe Festigkeit an sich ist nicht so wichtig wie Zähigkeit und Dauerschwingfestigkeit. Hauptlegierungselemente sind Cr, Ni, Mo, V sowie teilweise Co und Ti. Die Stähle erfordern besonders sorgfältige Erschmelzung, Verarbeitung und Wärmebehandlung.
 
Hochfester Stahl      (eigentlich hochfester Baustahl) So bezeichnet man alle Baustähle, die bei Raumtemperatur eine Mindeststreckgrenze von 355 N/mm² aufweisen. Ihr sehr geringer Kohlenstoffgehalt gewährleistet gute Schweißbarkeit. Sie sind im Lieferzustand normalgeglüht, thermomechanisch gewalzt oder vergütet verfügbar. Sie zeigen ein feinkörniges Gefüge mit Ferritkorngrößen < 6. Sie finden in vielen Bereichen Verwendung, z. B. im Bauwesen, Schiffbau, Stahlbau, Brückenbau, etc. Hochfeste niedriglegierte Stähle sind auch unter dem Kürzel HSLA bekannt geworden. UHS (ultra high strength - höchstfeste) Stähle kombinieren hohe Zugfestigkeit mit hohen Streckgrenzenwerten von mindestens 1.200 N/mm².
 
Hochlegierter Stahl      Die DIN EN 10020 unterscheidet nur noch unlegierte und legierte Stähle, und zwar jeweils in den Hauptgüteklassen Qualitäts- und Edelstähle.
 
Hochwarmfester Stahl      H. ist austenitischer Stahl mit sehr niedrigem C-Gehalt, mind. 13 % Cr, hohen Ni-Gehalten von durchweg über 10 und in der Spitze bis zu 34 %. Diese Stähle haben bei Temperaturen über etwa 550°C bis etwa 600°C auch unter langzeitiger mechanischer Beanspruchung gute Festigkeitseigenschaften. Zwei Sorten vom Legierungstyp > 20 % Cr und >30 % Ni halten die Langzeiteigenschaften bis in Temperaturbereiche von 900 bis l.000°C. Technische Lieferbedingungen in DIN 17459 für Rundrohre, DIN 17460 für Bleche, Bänder; Stäbe und Schmiedestücke. Verwendung vor allem im Kraftwerksbau, wo die normalen warmfesten Stähle (DIN 17175 und 17177) nicht ausreichen. Warmfeste und hochwarmfeste Stähle für Schrauben und Muttern sind in DIN 17240 genormt.
 
Höherfeste Stähle      Ein nicht exaktes Kurzwort (nicht genormt), mit dem bisher vor allem höherfeste schweißgeeignete Feinkornbaustähle gemeint sind. Deren Entwicklung begann vor einigen Jahrzehnten mit der Sorte St 52-3, bei der es gelang, einen Stahl mit nur max. 0,22 % C zu schaffen, der gut schweißbar war und trotzdem eine Zugfestigkeit von 520 bis 620 N/mm² sowie eine Streckgrenze von 350 N/mm² brachte. Diese Werte wurden durch leicht erhöhte Mn- und Si-Gehalte und Desoxidation mit mind. 0,22 % AI erreicht. Das bedeutete feinkörnige Erstarrung und damit hohe Zähigkeit. Gleichwertige Zusätze von Ti, Nb oder V führen zu gleichen Ergebnissen.
 
Hohlprofil      Allgemein: Bezeichnung für Rohre, die als Konstruktionselement verwendet werden. Handels üblich: Bezeichnung für Rohre mit anderem als kreisrundem Querschnitt. Vor allem gehören dazu: l. Quadrat- und Rechteckrohre DIN 2395,2. Stahlbau-H., warmgefertigt nach DIN EN 10210 (alt: DIN 59410) oder kaltgefertigt nach DIN EN 10219 (alt: DIN 59411). Sonderprofile für den Stahlleichtbau.
 
Hohlstahl      Ein dem Maschinenbaustahlrohr ähnliches, nicht genormtes Produkt aus nichtrostendem Edelstahl, nahtlos warmgewalzt oder stranggepreßt; im allgemeinen in WNr. 1.4301 oder 1.4571; Außendurchmesser 32 bis 250 mm, jeweils zwei bis vier Wanddicken mit etwa 10 bis 25 % vom Außendurchmesser, Toleranzen außen im Plus, innen im Minus, um genügend Bearbeitungsspielraum zu haben. Verwendung für rotationsymmetrische, starkwandige Hohlformteile, Rohrverbindungsstücke, Stutzen u. ä..
 
H-Profil      Große warmgewalzte Profile (bisher: Breitflanschträger) mit breiten oder sehr breiten Flanschen nach DIN EN 10034 - I- und H-Profile (Grenzabmaße und Formtoleranzen). Für die Nennmaße gelten bis zum Erscheinen einer Europäischen Norm die DIN 1025 Teile 2 bis 5.
 
HSLA-Stahl      (Abk. für high-strength low-alloy) Hierbei handelt es sich um hochfeste, niedriglegierte Baustähle.
 
Hüttenwerk      deutet auf eine Hochofenanlage hin. Der Begriff schließt immer ein Stahlwerk mit ein (außer bei Hochofenanlagen für Gießerei-Roheisen). Stahlwerke sind demgegenüber nicht an ein H. gebunden, sie können auch ohne Hochofenanlage selbständig bestehen.
 
Hütten- und Walzwerk      Produktionsstätte für Roheisen, Rohstahl und Walzwerksfertigerzeugnisse. Umfaßt ein H. sowohl die Roheisen- als auch die Stahlherstellung mit anschließenden Walzwerkseinrichtungen, dann spricht man von einem gemischten oder integrierten Hüttenwerk.
 
ISER      Die Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (ISER) wurde1958 als eine Gemeinschaftsorganisation von Edelstahlherstellern, -verarbeitern, -händlern, Oberflächenveredlern, Legierungsmittelproduzenten und anderen Interessierten gegründet, um firmenneutrale Informationen über diesen komplexen Werkstoffsektor und die zahlreichen Anwendungsgebiete zu vermitteln. Dabei ging es darum, Bezeichnungen neben die individuellen Markennamen der Hersteller unter einem griffigen und prägnanten Sammelnamen zu vereinen. Unter dem Namen "Edelstahl Rostfrei" oder noch kürzer "Rostfrei" ist das ein allgemeiner Begriff geworden. Es wurde dazu ein Markenzeichen eingetragen, das sich viele Edelstahlverarbeiter werbewirksam zunutze machen. Maßgebende Norm: DIN EN 10088 Teil 1 bis Teil 3.
 
I-Profile      Bisherige Bezeichnung: Doppel-T-Träger und damit Formstahl. Nach DIN EN 10034 I-Profil mit schmalen oder mittelbreiten Flanschen, deren Flanschbreite kleiner oder gleich dem 0,66fachen der Nennhöhe des Profils und kleiner als 300 mm ist. DIN EN 10034 gilt für die Grenzabmaße und Formtoleranzen. Bis zum Erscheinen einer EN-Maßnorm gelten die Nennmaße nach DIN 1025.
 
Kalibrieren      1. Festlegen der Umformstufen, die vom Block- oder Halbzeugquerschnitt zum Fertigprofil, bei der Rohrherstellung von der Luppe oder vom Band zum Fertigrohr führen.
2. K. heißt auch, durch besondere Maßnahmen (Ziehen, Pressen, Runden) einem Walzwerkserzeugnis, Rohr oder einem Sinter-Werkstoffteil eine größere Maßhaltigkeit geben.
3. Bei Meßgeräten spricht man von K., wenn man die Anzeigegenauigkeit eines Instruments durch Vergleich mit einem Prüfgerät abgleicht.
 
Kaltarbeitsstahl      vergl. Werkzeugstahl. Genormt nach DIN EN ISO 4957.
 
Kaltband      In Breiten bis zu 650 mm und Dicken von 0,1-6 mm hergestelltes, kaltgewalztes Flachzeug, das aus etlichen Stahlsorten und mit jeder gewünschten Oberflächenveredelung erhältlich ist. K. kann Naturkanten NK, Sonderkanten SK oder geschnittene Kanten GK haben und wird in Ringen oder Streifen (Stäben) geliefert. Durch profilierte Walzen kann man dem K. auch eine besondere Profilierung geben. Die durch das Kaltwalzen entstehende Kaltverfestigung des Gefüges wird durch anschließendes Normalglühen in Schutzgas-atmosphäre wieder beseitigt. Der Vorteil kaltgewalzter Bänder und Bleche - gegenüber warmgewalzten und mit Kaltstich versehenen Blechen - besteht in der höheren Maßgenauigkeit (Band). Maßnormen - DIN EN 10140, DIN EN 10258, DIN EN 10139, DIN EN 10132, DIN EN 10268, SEW 094.
 
Kaltbreitband      Aus Warmbreitband (Band) durch Kaltumformen im Querschnitt um mind. 25 % reduziertes Flacherzeugnis mit einer Walz- und Lieferbreite a 600 mm und im allgemeinen 0,40 bis 3,0 mm Dicke, das nach Durchlaufen der Fertigwalze bzw. nach Beizen oder kontinuierlichem Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt wird. Es sind in K. auch Dicken weit über 3 bis zu 8 mm möglich und üblich. Bandbreiten bis 2.000 mm. Prinzipiell sind alle kaltformbaren Stähle zu K. zu verarbeiten. Technische Lieferbedingungen in DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) für weiche Stähle zum Kaltumformen, DIN 1623-2- für allgemeine Baustähle und DIN 1623-3 für Stähle zum Emaillieren.
 
Kaltarbeitsstahl      vergl. Werkzeugstahl
Kaltprofil      Durch Kaltumformung aus warm- oder kaltgewalztem Band oder Blech - ohne oder mit Oberflächenveredlung -, evtl. auch aus Breitflachstahl hergestelltes Profil, das praktisch gleichbleibende Wanddicke über die gesamte Länge und in allen Querschnitten besitzt. Grundsätzlich kommen alle zum Umformen geeigneten Werkstoffe hierfür in Frage, Stoffnorm DIN EN 10162 unterstellt jedoch als Vormaterial Flacherzeugnisse aus allgemeinen Baustählen. Typische Profilformen sind Winkel-, U-, Z-, C- und Hutprofile, aber auch Varianten davon mit Faltungen, Einzügen, Nasen u.a. für weite Anwendungsgebiete im Metall-, Stahlleicht- und Fahrzeugbau. Sie geben große Gestaltfestigkeit und Steifigkeit bei geringem Gewicht.
 
Kaltumformbarkeit      So bezeichnet man die Fähigkeit eines Werkstoffs zu plastischer Verformung unterhalb Rekristallisationstemperatur. Ein hoher C-Gehalt, eine vorausgegangene Kaltumformung und feinverteilte Ausscheidungen im Gefüge setzen die K. herab.
 
Kaltwalzen      Umformverfahren, das im Anschluß an das Warmwalzen erfolgt. Das Walzgut wird im Walzspalt durch Aufbringen von Druck auf eine vorgegebene Dicke reduziert. Infolge des Gesetzes der Volumenkonstanz ergeben sich Längen- und Breitenänderungen. Vor allem die Breitung muß genau kontrolliert werden. Zusätzlich kann mit Längszug (Anlegen einer Zugspannung in Längsrichtung) gewalzt werden. Die Abgrenzung gegenüber dem Warmwalzen erfolgt durch die Temperatur: Beim K. liegt die Walztemperatur immer unterhalb Rekristallisationstemperatur.
 
Kaltziehen      vgl. Ziehen
Kohlenstoff      Chemisches Element, Zeichen C. In der Natur kommt C in verschiedenen Modifikationen vor, kristallin in Form von Diamant, Graphit oder als amorphe Kohle. Bei der Eisenerzeugung wird er als Reduktions- und als Aufkohlungsmittel benötigt. Bei der Stahlerzeugung ist C das Legierungsmittel, das aus Eisen Stahl macht.
 
Kohlenstoffarme Stähle      oder auch weiche Stähle gibt es in vielerlei Variationen für zahlreiche Verwendungszwecke. Aufgrund ihres geringen Kohlenstoffgehaltes sind sie grundsätzlich schweißgeeignet. (ULC-Stahl, ELC-Stahl) Normen: DIN 1624,17 111; DIN EN 10 130, E DIN EN 10 139, DIN EN 10142, S DIN EN 10 209, EU 153,154.
 
Korngröße      Kennwert für die Schnittfläche der in der metallographischen Schliffebene geschnittenen Körner (dreidimensionale Kristallite) im Stahlgefüge. Die Klassifizierung erfolgt nach Gefüge-Richtreihen (SEP 1510 und ASTM E 19 bzw. E 89). Am gebräuchlichsten ist die von McQuaid-Ehn entwickelte und nach ASTM genormte Richtreihe.
 
Korrosionsbeständige Stähle      vgl. chemisch beständige Stähle, nichtrostende Stähle.
 
Kugellagerstahl      Veraltete Bezeichnung für Wälzlagerstahl.
 
Langerzeugnisse      haben nach DIN EN 10079 einen über die Länge gleichbleibenden Querschnitt, der nicht den Beschreibungen für Flacherzeugnisse entspricht.
 
Legierter Edelstahl      Bezeichnung für Stähle, die durch eine genaue Einstellung der chemischen Zusammensetzung, der Herstellung und Behandlung gezielte Gebrauchseigenschaften erhalten. Hierzu gehören alle legierten Stähle, die nicht zu den Qualitätsstählen zählen; insbesondere die nichtrostenden, hitzebeständigen, warmfesten Stähle, ferner Wälzlager- sowie Werkzeugstähle und Stähle mit besonderen physikalischen Eigenschaften.
 
Legierter Stahl      Nach ihrer chemischen Zusammensetzung teilt man die Stähle in unlegierte und legierte Stähle ein. Die wichtigsten Legierungselemente sind AI, B, Bi, Co, Cr, Cu, La, Mn, Mo, Ni, Pb, Se, Si, Te, Ti, V, W, Zr. Wenn der Stahl von wenigstens einem dieser Elemente Massenanteile enthält, die einen (in DIN EN 10 020) bestimmten Grenzwert überschreiten, spricht man von legiertem Stahl. Die Grenzmassenanteile betragen 1,65 % Mn,0,5 % Si, 0,4 % für Pb und Cu, 0,3 % für Cr und Ni, 0,1 % für AI, Bi, Co, Se, Te, V, W, 0,08 % Mo, 0,06 % Nb, 0,05 % für die einzelnen La, Ti, Zr sowie sonstigen Legierungselemente und schließlich 0,0008 % B.
 
Legierter Qualitätsstahl      Hierunter ist Stahl zu verstehen, der ähnlichen Verwendungszwecken wie unlegierter Qualitätsstahl dient, der aber zur Erfüllung besonderer Gebrauchseigenschaften mit Legierungselementen legiert wurde, die ihn zum legierten Stahl machen, ohne daß sie deswegen für Vergütungs- oder ähnliche Behandlungen vorgesehen werden. Grenzwerte für die Einteilung in legierte und unlegierte Stähle Legierter Stahl
 
Legierung      Metallischer Werkstoff, der aus mindestens zwei Elementen besteht. Eines dieser Elemente muß ein Metall sein.
 
Legierungselemente      Chemische Elemente, die dem Stahl zugegeben werden, um seine Eigenschaften in ganz bestimmter Weise zu beeinflussen. Als solche kommen hauptsächlich in Frage: Stickstoff, Silicium, Mangan, Phosphor, Schwefel, Chrom, Nickel, Molybdän, Kupfer, Vanadium, Wolfram, Cobalt, Blei, Aluminium, Titan, Tantal, Niob, Bor (Legierter Stahl).
 
Legierungszuschlag      Preisaufschlag bei legierten Stählen, der sich an den Metallpreisen der Legierungselemente orientiert. Wird regelmäßig der Marktsituation angepaßt und in der Regel im Anhängeverfahren berechnet.
 
Lieferzustand      Bezeichnung der letzten Behandlungsart vor der Auslieferung eines Erzeugnisses durch Kennbuchstaben. Nach DIN V 17006 -
Deutsche Fassung ECISS -IC 10 gelten folgende Zusatzsymbole für den Behandlungszustand (in Klammern die bisherigen Kurzzeichen):
+A weichgeglüht (G)
+AC geglüht zur Erzielung kugeliger Karbide (GKZ)
+AT lösungsgeglüht
+C kaltverfestigt (K)
+Cnnn kaltverfestigt auf eine Mindestzugfestigkeit von nnn N/mm²
+CR kaltgewalzt
+HC warm-kalt-verformt
+LC leicht kaltnachgezogen bzw. leicht nachgewalzt
+TM thermomechanisch behandelt (TM)
+N normalisiert bzw. normalisierend gewalzt
+NT normalisiert und angelassen
+Q abgeschreckt
+QA luftgehärtet
+QO ölgehärtet
+QT vergütet (V)
+QW wassergehärtet
+S behandelt auf Kaltscherbarkeit (C)
+T angelassen (A)
+U unbehandelt (U)
In den technischen Lieferbedingungen ist angegeben, welcher L. in Frage kommt und wie er definiert ist. Die Symbole werden durch Pluszeichen (+) von den vorhergehenden Symbolen getrennt.
 
Lufthärter      Stähle, die auch ohne Abschrecken beim Abkühlen an ruhiger Luft durchhärten (Werkzeugstahl).
 
Magnetische Prüfverfahren      M. gehören zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Magnetisierte ferromagnetische Werkstoffe bilden an Gefügeunterbrechungen in der Oberflächenschicht ein Streufeld. Dieses kann entweder mit Magnetpulverprüfung sichtbar gemacht oder mit Sonden ertastet und gemessen werden. Diese Methoden kommen besonders zur Rißdetektion zum Einsatz.
1. Das Magnetpulververfahren kommt in der Praxis am häufigsten vor. Kleine ferromagnetische Pulverpartikel (trocken, gefärbt/fluoreszierend oder naß) werden auf die Oberfläche der Probe gebracht. Unter UV-Licht lassen sich Risse sofort feststellen. Die Methode erlaubt das Aufspüren von Rissen und Aussagen über Lage, Länge und Orientierung, gibt jedoch keinen Aufschluß über die Rißtiefe.
2. Abtasten der Oberfläche mit Magnetfeldsensoren: die Probe wird zwischen zwei Stromspulen positioniert. Ein Absinken der in der Probe induzierten Spannung deutet auf Gefügeunterbrechungen hin. Je nach Schaltung der Spulen unterscheidet man Absolut- und Differenzsonde.
3. Restfeldverfahren: Hier wird der im Stahl nach bestimmter Erregung zurückgebliebene Magnetismus mit eine Sonde gemessen.
 
Magnetische Stahlwerkstoffe      Vgl. a. Ferromagnetismus. Außer Nickel und Kobalt ist Eisen der einzige Werkstoff, der sich durch Anlegen eines elektrischen Feldes magnetisieren läßt. Im Eisengitter sind winzige Mikromagnete enthalten, die bei hohen Temperaturen und im Austenitgebiet regellos in alle Richtungen "streuen", jedoch magnetisch erst nach außen wirksam werden, wenn sie durch ein elektrisches Feld in die gleiche Richtung parallel ausgerichtet werden. Sobald das elektrische Feld ausgeschaltet wird, kehren die Mikromagnete wieder in ihren regellosen Zustand zurück, und der Magnetismus geht wieder verloren. Man spricht vom weichmagnetischen Stahl. (Theoretisch wäre reines Eisen hier am geeignetsten, ist aber mechanisch zu weich und würde zu hohe Wirbelstromverluste bedeuten.) Von den magnetischen Stahlwerkstoffen hat er die größte Bedeutung als Elektroblech. Feinbleche, zu festen Paketen gepreßt, bilden die magnetischen Kerne in Elektromotoren, Transformatoren, Generatoren u. a. Geräten.

Durch Gitterstörungen, wie sie z.B. durch Legierung oder Kaltverformung eintreten, wird die Magnetisierung erschwert, so daß größere Feldstärken benötigt werden, aber der Magnetismus erhalten bleibt; man spricht von hartmagnetischem oder Dauermagnet-Stahl. Maßgebend DIN 17410 (sehr spröde, deshalb nur gießbare AlNiCo-Verbindungen mit Eisen und keramische Dauermagnetwerkstoffe). Im Unterschied dazu: Nichtmagnetisierbarer Stahl.
 
Manganhartstahl      X 120 Mn 12, W-Nr. 1.3401, nach seinem Erfinder auch Hadfield-Stahl genannt. Stahl mit 1-1,2 % C und 12-14 % Mn, evtl. auch bis zu 2 % Cr. Nach dem Abschrecken von T > 1.100 °C zeigt dieser Stahl austenitisches, äußerst duktiles Gefüge. Kaltverfestigung verursacht die Umwandlung eines Teils des Austenit in Martensit, so daß Härtewerte bis zu 600 HV erreicht werden. Wird für verschleißfeste Teile, die zudem auf Druck beansprucht werden, eingesetzt, z. B. für Backenbrecher. Der Kerbwiderstand kann durch Kornfeinung, feinere Verteilung der Carbide oder Verringerung des Mn-Gehaltes verbessert werden. Dann läßt sich dieser Stahl auch für Kegelbrecher verwenden.
 
Manganstahl      Hochfester, schweißbarer Stahl mit mindestens 0,8 % Mn. Der Überhitzungsempfindlichkeit des Manganstahls kann durch Vanadiumzugaben begegnet werden. Die Gruppe der perlitischen Mangan- umfaßt Bau-, Kessel- und Vergütungsstähle. Zu den austenitischen Mn-Stählen zählen sowohl der Manganhartstahl als auch die nichtmagnetisierbaren M.-Sorten. Martensitischer M. kommt nur mit Mn-Gehalten bis 2,5 % und l % C als Werkzeugstahl zum Einsatz.
 
Maschinenbaustahl      Allgemeine Baustähle. Nach DIN EN 10025 wird den Maschinenbaustählen der Kennbuchstabe E vorangestellt. Danach folgt das Hauptsymbol, das die Mindeststreckgrenze für die geringste Erzeugnisdicke angibt. Danach folgen die Zusatzsymbole der Gruppe l und der Gruppe 2. Beispiel: E295GC; Maschinenbaustahl (E), mit einer Mindeststreckgrenze von 295 N/mm2 mit besonderen Merkmalen (G) und mit besonderer Kaltumformbarkeit (C). Siehe auch unlegierter und legierter Edelstahl DIN EN 10020.
 
Maschinenbaustahlrohr      Der Maschinenbau benötigt für eine Vielzahl von Teilen wie Wellen, Walzen, Ringe u.v.a. regelmäßig kreisrunde Rohre und bedient sich der nahtlosen und geschweißten (DIN EN 10220) Stahlrohre. In den Normreihen liegen relativ große Sprünge zwischen den Normdurchmessern. Das M. bietet - vorzugsweise in den Stahlsorten E 355 JO (bisher St 52-3) und 1C35 (bisher C 35) - eine Standardreihe zwischen 32 und 250 mm Außendurchmesser und Wanddicken bis 50 mm mit garantierten Liefereigenschaften (nach der Bearbeitung) und Mindestwanddicken. Außerdem können nach DIN EN 10279 -Nahtlose kreisförmige Rohre aus Vergütungsstählen - in unlegierten und legierten Sorten in verschiedenen Behandlungszuständen sowohl für den Maschinenbau als auch im Druckbehälter und Apparatebau verwendet werden.
 
Maßtoleranz      Die Maßtoleranz ist die Differenz zwischen den Grenzmaßen, und zwar zwischen Höchstmaß GO und Mindestmaß GU (T = GO - GU).
 
Mechanische Eigenschaften      Hierzu zählen Festigkeitseigenschaften wie Zug-, Druck- und Bruchfestigkeit, Bruchdehnung, Brucheinschnürung, Zeitstand-, Dauerfestigkeit, Kerbschlagarbeit in den verschiedenen Zuständen (z. B. vergütet oder normalgeglüht). Sie werden im Zug-, Druck-, Zeitstand-, Kerbschlagbiege- oder Dauerschwingversuch ermittelt.
 
Mikrolegierter Stahl      Unlegierte Vergütungsstähle, denen z. B. Vanadium und/oder Niob oder Titan in Mengen zulegiert ist, die unter den Grenzwerten für legierte Stähle liegen, nennt man mikrolegiert. Durch eine kontrollierte Abkühlung aus der Warmformungstemperatur (Thermomechanische Behandlung), Kurzzeichen +M (bisher TM) findet eine Ausscheidungshärtung statt. Es ergibt sich eine für Vergütungsstähle typische Kombination von hoher Festigkeit und guter Zähigkeit, ohne die sonst erforderliche und aufwendige Vergütungsbehandlung. Das Gefüge ist ferritisch-perlitisch und bietet gegenüber dem Vergütungsgefüge zwei Vorteile: eine bessere Bearbeitbarkeit und einen relativ gleichmäßigen Härteverlauf über den ganzen Querschnitt.
 
Nahtloses Rohr      Das nahtlose Rohr kam Ende des 19. Jahrhunderts mit der Efindung mehrerer Herstellverfahren (Rohrherstellung) auf. Bis dahin gab es nur geschweißtes Rohr, bei dem die Schwachstelle die Schweißnaht war. Es eignet sich insbesondere für Rohre, die unter hohem Innendruck stehen, wie sie in der Normenübersich Nahtloses Rohr beschrieben sind. Normenübersicht: DIN EN Art*) Inhalt
1629 T Nahtlose Rohre aus unlegierten Stählen
1630 T Nahtlose Rohre aus unlegierten Stählen für besondere Anforderungen
10305-1 T Nahtlose Präzisionsstahlrohre
2440 TM Stahlrohre; Mittelschwere Gewinderohre
2441 TM Stahlrohre; Schwere Gewinderohre
2442 M Gewinderohre mit Gütevorschrift
2445-1 M Nahtlose Stahlrohre für schwellende Beanspruchung, Warmgefertigte Rohre, Nenndrücke 100 bis 400
2445-2 M Nahtlose Stahlrohre für schwellende Beanspruchung, Präzisionsstahlrohre, Nenndrücke 64 bis 400
10220 M Nahtlose Stahlrohre. Maße und längenbezogene Massen
2460 TM Stahlrohre für Wasserleitungen, nahtlos und geschweißt
10208-2 T Stahlrohre für Fernleitungen für brennbare Flüssigkeiten und Gase, nahtlos und geschweißt
10216-4 T Nahtlose Rohre aus kaltzähen Stählen
10216-2 T Nahtlose Rohre aus warmfesten Stählen
10216-2 T Nahtlose Rohre aus druckwasserstoffbeständigen Stählen
10216-3 T Nahtlose Rohre aus Feinkornbaustählen
10279-1 T Nahtlose Rohre aus Vergütungsstählen
17456 T Nahtlose Rohre aus nichtrostenden Stählen f. allgemeine Anforderungen
17458 T Nahtlose Rohre aus nichtrostenden Stählen f. besondere Anforderungen
17459 T Nahtlose Rohre aus hochwarmfesten austenitischen Stählen
Für nahtlose kreisförmige Rohre für den Stahlbau gelten: DIN Art*) Inhalt
10210-1 T Nahtlose Rohre aus allgemeinen Baustählen
17124 T Nahtlose Rohre aus Feinkornbaustählen
*) T = Technische Lieferbedingungen, M = Maßnorm
Die Normung für Stahlrohre befindet sich im Umbruch. Zahlreiche europäische Normungsarbeiten laufen und stehen zum Teil bereits vor dem Abschluß. Neben den aufgeführten Normen sind zahlreiche Prüfnormen und die AD-Merkblätter sowie ausländische Regelwerke zu beachten.
 
Nahtloses Rohr      Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde das nahtlose Rohr entwickelt. Bis dahin gab es nur geschweißtes Rohr, bei dem die Schwachstelle die Schweißnaht war. Mehrere Verfahren: Rohrherstellung.
 
Nichteisenmetalle (NE-Metalle)      NE-Metalle ist der Sammelbegriff für alle Metalle außer Eisen. Man unterteilt sie nach der Dichte (über bzw. unter 4,5 g/cm³) in Schwer- und Leichtmetalle, in niedrig- und hochschmelzende, in edle und unedle NE-Metalle.
 
Nichtrostende Stähle      N. weisen eine besondere Beständigkeit gegenüber chemischen Angriffen auf. Das beruht in erster Linie auf ihren hohen Chrommassengehalten; sie betragen mindestens 10,5%. Der Kohlenstoffgehalt ist auf Massenanteile von 1,2% begrenzt, um eine Chromcarbidbildung zu verhindern. Nichtrostende Stähle zählen zu den legierten Edelstählen. Genauer gesagt handelt es sich um eine große Untergruppe der chemisch beständigen Stähle, die in den Sortennummern 1.40xx - 1.46xx zusammengefaßt sind (EN 10 020). Sie unterscheiden sich durch ihren Nickelmassengehalt (Ni ist ein Austenitbildner!) und weiterhin durch ihren Mo-Gehalt.
So findet man nichtrostende Stähle mit Massengehalten an Ni von weniger als 2,5 % bei den Stahlgruppennummern 1.40xx - 1.41xx. Zusätzlich enthalten die Werkstoffe 1.41xx das Legierungselement Mo. Höhere Nickelgehalte (³ 2,5 %) weisen die nichtrostenden Sorten 1.43xx (molybdänfrei) und 1.44xx (molybdänhaltig) auf. Bisher waren alle nichtrostenden Stähle frei von Sonderzusätzen. Die Nummernklassen 45 und 46 enthalten demgegenüber nichtrostende Sorten mit Sonderzusätzen wie Cu, Nb, W, Ti, aber auch V und Co. Nach ihrem Gefüge unterteilt man in ferritische, martensitische und austenitische Stähle, Duplex-Stähle oder auch Superaustenite. Anwendungsbereiche: Chemische Industrie und Nahrungsmittelindustrie, Hausgeräte-, Medizintechnik, Schiffbau u.a.m.
Maßgebende Normen: DIN EN 10088-1 bis 3: Teil l gibt die Auflistungen der chemischen Zusammensetzung der insgesamt 83 (darunter sechs patentierte) Stahlsorten, Inhaltsangaben über physikalische Eigenschaften sowie im Anhang allgemeine Informationen. Teil 2 behandelt die Technischen Lieferbedingungen für Blech und Band; Teil 3 die Technischen Lieferbedingungen für Halbzeug, Stäbe, Walzdraht und Profile. Diese Aufteilung ergibt sich aus der Tatsache, daß nicht alle Sorten zu allen Produktarten verarbeitet werden. Für Rohre gelten weiterhin die DIN 17455 bis 17458.
 
Oberflächenangabe      Die Angabe der Oberflächenbeschaffenheit in Zeichnungen erfolgt nach DIN ISO 1302. Symbole kennzeichnen, in welchem Zustand die Oberfläche nach der Bearbeitung sein soll. Festgelegt werden die Rauheit, die Rillenrichtung, das Verfahren, mit dem die Oberfläche gefertigt wird.
 
Oberflächenfehler      Sammelbegriff für: Überwalzungen, Zundernarben, Riefen, Risse, Fließfiguren, Poren und Blasen. Wie weit sie den Gebrauchswert des Teiles mindern, hängt von verschiedenen Umständen ab: Risse und Kerben können bei dynamischer Beanspruchung zum Dauerbruch führen, Poren und Blasen eine Beschichtung unmöglich machen.
 
Oberflächenfeingestalt      Die Oberfläche wurde früher nach dem Augenschein oder dem Tastsinn beurteilt. Heute gibt es Geräte, die den Verlauf des Oberflächenprofils messen und zeichnen. Am meisten verwendet werden die Tastschnittgeräte, bei denen eine Diamantnadel über die Oberfläche gleitet und die Abweichungen von der Geraden erfaßt. Elektronisch vergrößert zeichnet ein Diagrammschreiber den Profilschnitt auf. Maßgebende Normen: DIN 4760, DIN EN ÍSO 8785 und DIN EN ISO 4288.
 
Oberflächengüte      Eine "technische" (= wirkliche, im Unterschied zur geometrisch-idealen) Oberfläche wird nach mehreren Kriterien beurteilt: nach ihrer geometrischen Gestalt (Oberflächenprofil, Rauhtiefenwerte), nach der sonstigen Beschaffenheit (roh, bearbeitet) und der zusätzlichen Behandlung (Wärmebehandlung, chemische Behandlung, Schutzschicht). Die verschieden hohen Anforderungen sind durch die spätere Verwendung bestimmt: Z.B. Federdraht muß kerbenfrei sein, blanke Wellenstähle sollen geringen Gleitwiderstand haben. Tiefziehbleche gute Verformungseigenschaften zeigen usw. Der Begriff "Güte" ist relativ. Maßgeblich kann die Oberfläche eines Werkstücks nur im Hinblick auf seine Funktion und wirtschaftliche Fertigung beurteilt werden.
 
Oberflächenqualität      Zur Überprüfung der 0. definiert die Norm DIN EN 10221 vier Oberflächengüteklassen. Zerstörungsfreie und technologische Prüfungen zur Ermittlung von Oberflächenfehlern sind darin angegeben. Weitere Richtlinien zur Oberflächenbeschaffenheit enthalten DIN EN 10 021 und 10 163-1 bis-3.
 
Oberflächenzustand      wird charakterisiert durch die Oberflächenfeinstruktur und den chemischen Zustand. Die Oberflächenfeinstruktur läßt sich durch den arithmetischen Mittenrauhwert Ra darstellen. Dieser Wert spielt eine Rolle für die Blechumformung, denn hohe Ra-Werte bedeuten hohe Reibungsbeiwerte. Da Reibung auch weitere Reaktionen nach sich ziehen kann, spilet die chemische Zusammensetzung der Blechoberfläche (Anreicherung mit Begleitelementen, Walzrückstände, Zunder) ebenfalls eine Rolle für den Oberflächenzustand.
 
Ölhärten      Härten, bei dem der Stahl in einem Ölbad abgeschreckt wird.
 
Ölhärter      Stahl der in einem (temperierten) Ölbad abgeschreckt wird.Zu den Ölhärtern gehören Werkzeugstahlgüten wie etwa Werkstoff-Nr.: 1.2842 (90MnCrV8), der im Ölbad abgeschreckt bzw. bei ca. 790 bis 820 ° C gehärtet wird. Vgl. auch Lufthärter und Wasserhärter.
 
Offene Profile      Alle Stab- und Formstahl-Profile, die keinen vollen Querschnitt aufweisen. Es handelt sich im wesentlichen um Winkelprofile, U-, I-, T-, Z-Profile sowie Spundwand- und Sonderprofile in unterschiedlichen Formen. Gegensatz: Vollprofil.
 
Passung      Festlegung der Genauigkeit, mit welcher Teile gefertigt werden, die zueinander passen sollen. Die P. gestattet eine getrennte Fertigung zusammengehöriger Teile, sie ist hauptsächlich in DIN ISO 286 und DIN 7154 und DIN 7155 festgelegt. Unter P. versteht man die Beziehung, die sich aus der Maßdifferenz zweier Paßteile (Bohrung und Welle) vor dem Fügen ergibt. Die Passung wird bestimmt durch die Angabe des Nennmaßes und der Kurzzeichen für die beiden Toleranzklassen von Bohrung und Welle, z. B. 50H7/f7. Ist der Maßunterschied zwischen dem Maß der Innenpaßfläche und dem Maß der Außenpaßfläche vor dem Zusammenfügen positiv, erhält man eine positive Passung, also eine Spielpassung. Ist der Maßunterschied negativ, erhält man eine negative Passung, also eine Übermaßpassung.
 
Pb (Blei)      Pb = Kürzel für lat. Plumbum, Blei. Wird a.G. der Schmierfähigkeit von Werkzeugen einigen Stahlgüten zugesetzt.
 
Phosphorlegierter Stahl      Phosphor (P) wird seit einiger Zeit auch als Legierungsmittel eingesetzt. In wetterfesten Stählen erhöht P in Verbindung mit Cu die Korrosionsbeständigkeit. Weichen Kohlenstoffstählen werden Phosphormassengehalte von bis zu 0,12 % zulegiert, um Streckgrenze, Zugfestigkeit und Warmfestigkeit zu steigern. Diese Stähle mit niedrigen C-Gehalten von 0,04 bis 0,10 % werden vorzugsweise als kaltgewalzte Bleche und Bänder hergestellt, besitzen relativ hohe Streckgrenzenwerte, aber sehr gute Kaltumformeigenschaften. Sie werden hauptsächlich im Automobilbau verwendet. Die P-Gehalte betragen 0,06 bis 0,12%. Im Unterschied zu mikrolegiertem Stahl enthalten sie keine Zusätze von Vanadium, Niob oder Titan. Die Stähle sind noch nicht genormt, es gibt hierfür das Stahl-Eisen-Werkstoffblatt SEW 094 - Kaltgewalztes Band und Blech zum Kaltumformen aus phosphorlegierten Stählen sowie Stählen mit zusätzlicher Verfestigung nach Wärmeeinwirkung (Bake-hardening). Das Blatt verzeichnet sieben Stahlsorten, davon vier BH- (Bake-hardening) Stähle.
 
Physikalische Eigenschaften      werden durch Wärmekapazität, elastische und magnetische Kennwerte, elektrische und thermische Leitfähigkeit und schließlich durch die optischen Kennwerte beschrieben. Aber auch Kristallstruktur und Atomvolumen zählen dazu, denn die physikalischen Eigenschaften hängen auch vom Gefüge ab. Damit sind Gitterstörungen oder Phasenanteile der Gefüge ebenfalls wichtige Faktoren für die P.
 
Polieren      Mechanische Oberflächenveredelung zur Herstellung sauberer und glänzender Oberflächen durch schnell umlaufende Polierscheiben, Polierbürsten oder Polierbänder. Meist wird mit einem Poliermittel in Form einer feinkörnigen Masse verschiedener Härte gearbeitet. Das elektrolytische Polieren ist strenggenommen kein mechanisches Polieren, sondern ein chemisches Polieren. Beim P. können Narben, Kratzer u. ä. Oberflächenfehler mechanisch beseitigt werden. Beim elektrolytischen Polieren ist dies nicht möglich.
 

Präzisionsflach- und -vierkantstahl      Auf allen vier Längsflächen feinbearbeitete (geschliffene), scharfkantige Flach- bzw. Vierkantstäbe, Maßnorm DIN 59350; 1.) in Fertigmaßen - flach von 10 bis 300 mm Breite und l bis 30 mm Dicke, vierkant von 6 bis 50 mm; 2.) in Nennmaßen mit Bearbeitungszugaben von 0,3 mm in der Breite und 0,2 bis 0,4 mm in der Dicke. Vorzugsweise aus legierten Werkzeugstählen für die Herstellung hochwertiger Werkzeuge und Vorrichtungen. Die Stablängen sind nach DIN mit 500 mm vorgesehen, sind aber auch in anderen Maßen möglich. Die Maßtoleranzen sind sehr eng: bei Flachstahl mit Fertigmaßen 0,05 mm für die Dicke und + 0,2 mm für die Breite, bei Vierkantstahl + 0,05 für die Seitenlänge, bei Erzeugnissen mit Bearbeitungszugaben + 0,2 mm für alle Seitenmaße.
 
Präzisionsstahlrohre      nehmen unter Rohren eine Sonderstellung ein, weil sie hauptsächlich als Konstruktionselemente verwendet werden. Es sind zu unterscheiden
1.) Nahtlose P. mit besonderer Maßgenauigkeit nach DIN EN 10305-1, Außendurchmesser von 4 bis 260 mm bei Wanddicken von 0,5 bis 25 mm. Technische Lieferbedingungen DIN DIN EN 10305-1 mit fünf Stahlsorten, Gütegrad A ohne besondere Anforderungen, Gütegrad C mit Sonderanforderungen.
2.) Geschweißte P. mit besonderer Maßgenauigkeit nach DIN EN 10305-2, Außendurchmesser von 4 bis 150 mm bei Wanddicken von 0,5 bis 10 mm, Technische Lieferbedingungen DIN EN 10305-2 mit vier Stahlsorten, Gütegrad A ohne besondere Anforderungen, Gütegrad C mit Sonderanforderungen. Die Rohre werden im allgemeinen nach dem Schweißen nachgezogen.
3.) Geschweißte maßgewalzte P. nach DIN EN 103053, Außendurchmesser von 4 bis 159 mm bei Wanddicken von 0,7 bis 7 mm. Technische Lieferbedingungen DIN 2394-2 mit den gleichen Stahlsorten und Gütegraden wie DIN EN 10305-2. Grundsätzlich gelten für nicht kreisrunde Rohre (z.B. Ovalrohre) die gleichen Normen sinngemäß.
4.) Elektrisch geschweißte P. mit rechteckigem und quadratischem Querschnitt nach DIN 2395-1 für allgemeine Verwendung, Seitenlänge bei rechteckigen P. von 20 x 10 bis 120 x 60 mm in verschiedenen Stufungen, bei quadratischen P. von 15 bis 120 mm und abgestuften Wanddicken von l bis 5 mm. Drei Stahlsorten nach DIN 2395-2, Gütegrad A ohne besondere Anforderungen, Gütegrad B mit Sonderanforderungen, die vereinbart werden müssen.
5.) Nach DIN 2391-3 Maße und Technische Lieferbedingungen für den Kraftfahrzeugbau in speziellen Sorten und Abmessungen, Gütegrad C mit im Kraftfahrzeugbau üblichen Sonderanforderungen.
Für alle P. sind die möglichen Lieferzustände zu beachten: Zugblank-hart (BK), Zugblank-weich (BKW), geglüht (GBK), normalgeglüht (NBK), geschweißt und maßgewalzt, blank (BKM), geschweißt und maßgewalzt (M).
 
Präzisionsvierkantstahl      vgl. Präzisionsflach- und -vierkantstahl
Profilrohr      Rohre in nahtloser oder geschweißter Ausführung, deren Querschnitt nicht rund, sondern quadratisch, rechteckig oder profiliert ist. Sie werden als Bauelemente im Regal-, Gerüst-, Stahlskelett-, Fahrzeug-, Tür- und Fensterbau und überall dort verwendet, wo im Stahlleicht- und Metallbau geringes Gewicht und günstige statische Werte gefordert werden. Für rechteckige und quadratische Profilrohre siehe DIN 2395-1 bis 3 (Präzisionsstahlrohre, Hohlprofile, Anschlagprofil), daneben zahlreiche nicht genormte Varianten (Oval-, Anschlag- und Geländer-P), auch in nichtrostendem Edelstahl.
 
Profilstahl      Geformter Stahl (gewalzt, gezogen, gepreßt) mit einem über die ganze Länge gleichbleibenden Querschnitt (Stabstahl, Spezialprofile, Formstahl).
 
Prüfbescheinigungen      Sammelbegriff für Werksbescheinigung, Werks[prüf]zeugnis, Abnahmeprüfzeugnis und Abnahmeprüfprotokoll (DIN EN 10 204). Die gesamte Stahlherstellung ist von ständigen Kontrollen und Überwachungsmaßnahmen begleitet. Entsprechend der Qualitätssicherung wird die Stahlproduktion überwacht und lückenlos aufgeschrieben. Dennoch schließt die Freigabe eines Stahlproduktes oftmals die Beistellung von Prüfbescheinigungen nach DIN EN 10204 ein (bisher DIN 50049). Diese EN-Norm definiert bei metallischen Erzeugnissen alle Arten von Prüfbescheinigungen (internationale Norm: ISO 404 und ISO 10474). Die DIN EN 10 204 ist in Verbindung mit den Normen anzuwenden, in denen die allgemeinen technischen Lieferbedingungen festgelegt sind; z. B. für Eisen- und Stahlerzeugnisse nach DIN EN 10 021. Weiterhin ist zu differenzieren in eine nicht spezifische Prüfung und eine spezifische Prüfung. Bei der nicht spezifischen Prüfung bestimmt der Hersteller die ihm geeignet erscheinenden Prüfverfahren, mit denen die Erzeugnisse entsprechend den in der Bestellung festgelegten Anforderungen überprüft werden. Bei der spezifischen Prüfung wird vor der Lieferung nach den in der Bestellung festgelegten technischen Bedingungen an den zu liefernden Erzeugnissen geprüft. Weiterhin werden folgende Arten von Prüfbescheinigungen in dieser Norm festgelegt: 1.) Werksbescheinigung (vgl. a. Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.), 2.) Werkszeugnis, 3.) Werksprüfzeugnis, 4.) Abnahmeprüfzeugnis, 5.) Abnahmeprüfprotokoll. Die Prüfbescheinigungen müssen durch einen Verarbeiter oder einen Händler so ausgestellt worden sein, daß sie als ein geeignetes Mittel zur Identifizierung des Erzeugnisses und damit einer eindeutigen Zuordnung von Erzeugnissen dienen. P. müssen von Personen unterschrieben worden sein, die eigens für die Bestätigung verantwortlich sind.
 
Prüfzeugnis      vgl. Abnahmeprüfzeugnis
 

Quadrahtrohr      Profilrohr (auch Vierkantrohr genannt) mit quadratischem Querschnitt.
Qualitätsmanagement      Alle Tätigkeiten der Gesamtführungsaufgabe, welche die Qualitätspolitik, die Ziele und Verantwortungen festlegen sowie diese durch Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung verwirklichen. Qualitätsmanagement ist somit die Gesamtheit der Tätigkeiten, die alle Qualitätshandlungen wie z.B. Qualitätsplanung, Qualitätslenkung und Qualitätsprüfung umfaßt. Das Qualitätsmanagement ist heute der subsumierte Begriff für die frühere Qualitätssicherung, welche die festgelegte Aufbau- und Ablauforganisation zur Durchführung der Qualitätssicherung sowie der hierfür erforderlichen Mittel beinhaltet. Nach DIN EN ISO 9000: 200 ff ist der Aufbau eines QM- Systems beschrieben.
 
Qualitätssicherung      Im engeren Sinne der Sammelbegriff für alle Maßnahmen der laufenden Überwachung und Dokumentation aller Produktionsstufen in der Herstellung und Ver- bzw. Bearbeitung zur Gewährleistung der geforderten Mindestansprüche an ein Material oder Fertigteil: Analysen, metallographische Untersuchungen, Temperaturüberwachung, Maßkontrollen, Prüfung der mechanisch-technologischen Werte, Oberflächenkontrollen, Identitätsprüfung.
 
Qualitätsstabstahl      Im Stahlhandel allgemein übliche Bezeichnung von hauptsächlich statistischer Bedeutung für Stähle der Güten S 275 bis E 360 (bisher St 44 bis St 70) und alle sogenannten C-Güten. Diese werden unter dem Sammelbegriff "Rohgewalzter Qualitätsstabstahl" im Unterschied zum "Stabstahl" (in "Handelsgüte") erfaßt.
 
Qualitätsstahl      DIN EN 10020 - Begriffsbestimmungen für die Einteilung der Stähle - unterscheidet 1. unlegierten, 2. legierten Q. - Es gehören dazu:

1.) alle unlegierten Stahlsorten, die nicht Grundstähle oder Edelstähle sind, also im wesentlichen Stahlsorten, die im Vergleich zu Grundstählen besonderer Sorgfalt in der Herstellung bedürfen, und die schärferen bzw. zusätzlichen Anforderungen gerecht werden müssen im Hinblick auf z. B. Verformbarkeit, Korngröße, Sprödbruchunempfindlichkeit;

2.) Stähle, die für ähnliche Verwendung wie die unlegierten vorgesehen sind, jedoch besonderen Ansprüchen genügen müssen, für deren Erfüllung ihnen Legierungselemente zugegeben werden. Legierter Q. ist im allgemeinen nicht für eine Vergütung oder Oberflächenhärtung bestimmt. Grenzgehalte für die Einteilung in unlegierte und legierte Stähle: vgl. a. legierter Stahl.
 
Quartoblech      Unabhängig von der Stahlsorte als Einzel- oder kombinierte Tafel im Quartogerüst gewalztes Grobblech im Unterschied zum kontinuierlich gewalzten Bandblech.
 
Rahmenprofil      Aus Bandstahl kaltprofiliertes, U-förmiges Stahl-Leichtprofil für den Fahrzeugbau. (andere handelsübliche Bezeichnungen: U-Baustahl, U-Leichtbau).
 
Randhärten      vgl. a. Randschichthärten, Einsatzhärten. Besonderes Härten von Werkstücken, bei dem nur die Randschicht austenitisiert wird. Die Werkstückoberfläche wird deshalb so schnell erwärmt und wieder abgeschreckt, daß die darunterliegenden Schichten nicht an diesen Vorgängen teilnehmen können. Es kommt bei solchen Werkstücken zur Anwendung, deren Oberflächen hohem Verschleiß oder großen Flächenpressungen ausgesetzt sind. Durch R. wird auch die Haltbarkeit bei dauernder, wechselnder Beanspruchung verbessert. Das Verfahren richtet sich nach der Stahlsorte. C-arme Stähle (Einsatzstähle) härlet man nach vorausgegangenem Aufkohlen der Oberfläche (Einsatzhärten, Carbonitrieren). Für Stähle mit mittleren C-Gehalten (Vergütungsstähle) kommt das Tauch-, Flamm- (Brenn-) oder Induktionshärten in Frage.
Rechteckrohr      Profilrohr mit rechteckigem Querschnitt.
 
Richten      Beseitigung der Verkrümmungen von gewalztem oder gezogenem Stahl, die durch die Verformung beim Walzen oder Schweißen oder durch eine ungleichmäßige Abkühlung entstehen. Die entsprechenden Teile können im kalten oder warmen Zustand gerichtet werden. Das Richtgut wird durch biegende Querkräfte von Pressenstößel, Rollen oder Walzen verformt. Das Streckbiegerichten von Band wirkt durch Zug- und Biegespannungen. Kontinuierlich arbeitende Richtmaschinen biegen in mehreren Richtungen. Flammrichten (Acetylenbrenner) geschieht durch örtliches Erwärmen der konvexen Stellen.
 
Rockwellhärte      Die Rockwellhärte ermittelt den Härtewert über die Eindringtiefe eines Prüfkörpers. Bei den Varianten C und A (für harte bzw. sehr harte Werkstoffe) sowie auch N (für dünne, schmale Proben) ist es ein Diamantkegel, der in definierter Weise in die Probe eindringt. Bei den Versionen B und F (für mittelharte und weichere Werkstoffe) oder T (für dünne schmale Proben) benutzt man eine Stahlkugel. Eine sichere Auflage des Prüfkörpers bei der Messung wird durch die Vorlast erreicht. Die Prüflast ändert sich je nach Variante. Die Kurzzeichen für die Rockwellverfahren sind: HRC, HRA, HRB, HRF, HR15N, HR15T, HR30N, HR30T, HR45N, HR45T. Der Härtewert steht vor dem Kurzzeichen. Beispiele: 45 HRC; 76 HR45N. DIN 50103. Blatt l für die Verfahren C, A, B, F, Blatt 2 für N und T. Härtemessung
 
Röhrenstahl      Nicht mehr übliche Bezeichnung der allgemeinen Baustähle, die für Rohre verwendet werden. Die Bezeichnung Röhre(n) ist nicht mehr fachgerecht.
 
Rohr      Unter R. versteht man einen langen Hohlkörper von meist kreisförmigen Querschnitt, dessen Wanddicke im Verhältnis zum Durchmesser gering ist. Es dient zum Durchleiten von Flüssigkeiten, Gasen, Dämpfen, aber auch von festen Stoffen (Schüttgütern) von körniger, staubförmiger oder breiiger/schlammiger Konsistenz (Suspensionen), als Schutzrohr, Konstruktionselement u.a.m. Als R.-Werkstoffe kommen neben Stahl auch Gußeisen, NE-Metalle, Beton, Glas, Keramik, Kunststoffe in Betracht. Stahlrohr. Nach der Herstellung wird unterschieden: Nahtloses und geschweißtes Rohr, nach der Verwendung z. B. Leitungs-, Ölfeld-, Installations-, Konstruktions-, Profilrohr usw.
 
Rohrziehen      Rohre zieht man (bei größeren Durchmessern und geraden Längen) auf der Ziehbank. Vom Ringbund zieht man die kleineren Rohre auf Trommel- oder Greiferziehmaschinen. Wird ohne Innenwerkzeug gearbeitet, so verkleinert sich nur der Rohrdurchmesser, während die Wanddicke sich kaum verändert (Hohlzug). Zieht man über einen Stopfen (Stopfenzug) oder eine Dornstange (Dornzug), so kann man Durchmesser und Wanddicke verringern. Auch das Aufweiten von Rohren ist möglich: "Stopfen durch das Rohr", oder "Rohr über einen Stopfen in der Matrize". Der Stopfen kann fest oder fliegend (schwimmend) angeordnet sein. Den festen Stopfen hält eine verankerte Stange in der Umformebene, der fliegende Stopfen wird durch die Umformkräfte in die Matrize gezogen.
 
Rohstahl      kann in flüssiger oder auch in fester Form vorliegen. In beiden Fällen handelt es sich um ein Roherzeugnis. Im flüssigen Zustand wird er für den Block-, Strang- oder Stahlguß verwendet. Die feste Variante läßt sich nach der Querschnittsform in rechteckige Rohbrammen und Rohblöcke unterteilen.
 
Rohstahlerzeugung      Die R. umfaßt die Gesamtmenge an Stahl, die in Stahlwerken und Stahlgießereien erschmolzen wird. Nach den Erschmelzungsverfahren unterteilt man in Blasstahlverfahren und Elektrostahl.
 
Rostfrei      vgl. a. Edelstahl Rostfrei, Chemisch beständige Stähle.
Rundstab, Rundstahl      Im Querschnitt kreisrundes Stabstahlprofil, im Sprachgebrauch meist Rundstahl, nach neuer Normung als Rundstab bezeichnet. Die Benennung erfolgt nach dem Durchmesser. R. wird geliefert:
1.) warmgewalzt, in DIN 1013-1 - Rundstahl für allgemeine Verwendung von 8 bis 200 mm Ø genormt, heute jedoch technisch möglich bis etwa 300 mm, allerdings mit (zu vereinbarenden) gröberen Toleranzen; DIN 1013-2 - Rundstahl für besondere Verwendung in "Sonderabmessungen" von 16,5 bis 165 mm Ø z. B. für Ziehereien, Ketlenfertigung u.a.; ferner DIN 59130 - Warmgewalzter Rundstahl für Schrauben und Niete in Abmessungen von 9,75 bis 51,5 mm Ø (die Walztoleranzen entsprechen 50 % der Werte nach DIN 1013); sowie DIN 2077 Federstahl warmgewalzt,
2.) Blankstahl: Für alle Ausführungen gilt DIN EN 10278, durch die zehn DIN-Abmessungsnormen (DIN 174 bis 178, DIN 668 bis 671 sowie DIN 59360 und 61) abgelöst worden sind.
3.) geschmiedet als Freiformschmiedestück, hauptsächlich in großen Durchmessern, genormt in DIN 7527-6 (Stabstahl),
4.) als gewalzter R. für Stahlbeton DIN 488-2.
 
Säge-Center      Service-Center (inhouse) für Anarbeitung/Zuschnitt. Das Säge-Center von Steinweden Stahl umfasst aktuell vier Hochleistungs-Bandsägen für den Zuschnitt von Material bis 500 mm Durchmesser, um zeitnahen Zuschnitt in großen Stückzahlen zu gewährleisten.
 
Sägen      Spanendes Trennen z. B. von Profilstahl, Stabstahl, Stahlrohren unter Einsatz von Kreis-, Band- oder Bügelsägen. Die Kreissäge arbeitet mit hoher Trenngeschwindigkeit sauber und gratfrei, wenn gerade Schnitte rechtwinklig zur Stabachse oder als Gehrungsschnitte ausgeführt werden sollen. Mit der Bandsäge können wegen der Wendigkeit des schmalen Sägebandes Konturenschnitte ausgeführt werden; während die Bügelsäge bei geringerem Sägebedarf anstelle der Kreissäge eingesetzt wird, allerdings nicht die Sägegenauigkeit der Kreissäge besitzt.
 
Sauerstoff      Chemisches Element, Zeichen: O, gasförmig. Luft enthält Sauerstoff in Massenanteilen von 23,15%. Gewöhnlich als Disauerstoff O2 vorkommend, daneben existent als Trisauerstoff oder Ozon O3. In der Eisen- und Stahlherstellung ist nur der Disauerstoff von Bedeutung. Aufgrund seiner Elektronegativität zählt S. zu den Elektronenakzeptoren (d.h., er nimmt bei Reaktionen zwei Elektronen auf). In der Eisenherstellung wird O2 aus den Erzen entfernt (Reduktion). In den Stahlherstellungsverfahren findet er als Entkohlungsmittel Verwendung. Weitere Bedeutung hat S. in den Bereichen Desoxidation, Oxideinschluß, Korrosion. Da S. ein grenzflächenaktives Element ist, stört er bei der Vakuumentgasung von Stahl.
 
Sauerstoffanreicherung      Der Stickstoffgehalt der Luft ist bei allen Oxidationsreaktionen ein Ballast, der einen Teil der Brennstoffwärme bindet und die Abgasmenge vervielfacht. Durch Zumischen von Sauerstoff zur Luft kann man den Stickstoffanteil herabsetzen und dadurch die Heizleistung steigern. Im Hüttenwerk bedient man sich der S. z. B. im Hochofen.
 
Säurebeständige Stähle      vgl. a. Nichtrostende Stähle
 
Schiebold, Prof. Dr. Ernst      Prof. Dr. Ernst Schiebold lebte von 1894 bis 1963. Er gehört zu den Nestoren der Zerstörungsfreien Prüfung in Deutschland. Zu seinen Verdiensten gehört u.a. die Grundlagenforschung und Entwicklung der Röntgentechnik zum Zwecke der Materialprüfung in den 1920-1930er Jahren, insbes. im Bereich des Stahl- und Brückenbaus. Unterstützt von Walter Steinweden hat Schiebold als Mitglied des Vorstandes der 1929 gegründeten Deutschen Gesellschaft für technische Röntgenkunde – dem späteren Ausschuß 60 des DVM – geholfen 1933 die Deutsche Ges. für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) ins Leben zu rufen. Seit 1997 verleiht die DGZfP alljährlich die mit 4.000 € dotierte Schiebold-Gedenkmünze als Förderpreis.
 
Schienenstahl      Im Internationalen Eisenbahnverband UIC sind vier Stahlsorten genormt: Güte 700, 900 A, 900 B und 1100, wobei Zahlenangaben etwa der Mindestzugfestigkeit entsprechen. Nach EN 10027-1 werden die Sortenbezeichnungen (R= Stähle für Schienen) künftig R 0700, R0900, R0900Mn und R HOOCr lauten. Darüber hinaus gibt es noch R0550, R600, R800 sowie für Stromschienen R0290. Bei den Sorten 900 B und 1100 handelt es sich um relativ verschleißfeste Sorten, die im walzharten (naturharten) Zustand eingesetzt werden, im Betrieb jedoch in der Fahrfläche eine Kaltverfestigung annehmen. Damit ist das Optimum an Festigkeit bei naturharten Schienen erreicht. Für besondere Ansprüche bieten sich kopfgehärtete Vignol- und Rillenschienen an. Weil sich die Schienen sehr komplexen Anforderungen anpassen müssen, werden zwischen Hersteller und Verwender häufig individuelle Modifizierungen abgesprochen, die wegen der ohnehin jeweils vorgesehenen Abnahmebedingungen ohne Probleme realisierbar sind.
 
Schiffbaustahl      Speziell für den Schiffbau hergestellter Stahl, der den besonders hohen und wechselhaften Beanspruchungen genügt. Die Zugfestigkeit liegt zwischen 410 bis 500 N/mm2, die Dehnungswerte liegen extrem hoch, das Material muß sich warm und kalt- u. U. auch nach dem Abschrecken -gut biegen bzw. kanten lassen. Der Stahl ist gut schweißbar und unempfindlich gegen Sprödbruch. Seh. wird durch Klassifikationsgesellschaften abgenommen und in Gütegrade A, B, D, E eingeteilt - je nach Beanspruchung und Vorschrift der Klassifikation. Außer Profile und Bleche kommen Schmiedeteile (Wellen) und Stahlguß (Steven, Anker) in Frage.
 
Schlaghärteprüfung      Dynamisches Verfahren zur Härtemessung. Der Durchmesser eines Kugeleindrucks, der durch Schlag mit dem Handhammer (Poldihammer) oder durch eine gespannte Feder erzeugt wurde, dient als Berechnungsgrundlage. Beim Poldihammer drückt sich die Kugel zugleich in einen Prüfstab von bekannter Härte ein.
 
Schleifen      Spanende Bearbeitung mit geometrisch unbestimmter Schneide mittels Schleifsteinen, -Scheiben oder -bändern verschiedener Kornart und Körnung zur Erzielung feiner Oberflächen mit hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte, meist auf Schleifmaschinen. Die erreichte Oberflächengüte hängt von den Schleifmitteln, jedoch auch von der Technik (Geschwindigkeit, Schleifdruck, Schleifaufmaß) sowie von der Vorbereitung der Oberflächen ab. Seh. von blanken Wellen meist spitzenlos (Spitzenloses Sch.). Die Benennung der Schleifverfahren enthält die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrens in der Reihenfolge: Vorschubrichtung, Wirkfläche sowie Lage und Art der zu erzeugenden Fläche.
 
Schmieden      Warmumformung durch hämmernde oder pressende Werkzeuge ohne bleibende Verfestigung. Das Gesenkschmieden ist ein sogenanntes gebundenes Umformen, bei dem das Werkstück in ein entsprechend geformtes Werkzeug - das Gesenk - gepreßt oder gestaucht wird. Um ein ungebundenes Umformen handelt sich dagegen beim Freiformschmieden. Werden die Werkstücke vor dem Schmieden auf Temperaturen erwärmt, bei denen Erholungs- und Rekristallisationsvorgänge ablaufen, spricht man vom Warmschmieden. Erfolgt der Schmiedevorgang bei Raumtemperatur, handelt es sich um ein Kaltschmieden.
 
Schmiedestück      Stahlerzeugnis, das seine endgültige Form und Oberflächenbeschaffenheit durch Schmieden oder Pressen erhalten hat. Man unterscheidet zwischen Freiformschmiede- und Gesenkschmiedestück (Gesenkschmieden). Ausgangsform für Freiform- und Gesenkschmiedestücke sind Stäbe, Knüppel, Brammen und Blöcke. (SEW 550; DIN EN 10267,10083)
 
Schmierblankziehen      Insbesondere beim Drahtziehen angewendetes Verfahren, bei dem der Werkstoff unmittelbar vor der Ziehmatrize einen Behälter mit Öl (evtl. unter Zugabe von Kalk) durchläuft. So lassen sich größere Querschnittsverringerungen bei gröberen Toleranzen erreichen.
 
Schneiden      Umgangssprachlicher Begriff für das Scherschneiden. Spanloses Trennen mit Scheren oder Schnittwerkzeugen. Beim Scherschneiden bewegen sich die Schneiden dicht aneinander vorbei und drängen die Werkstoffteilchen auseinander. Zu unterscheiden ist das offene Schneiden und das geschlossene Schneiden. Das Werkzeug (der "Schnitt") besteht aus Oberstempel und Unterstempel (= Schnittplatte). Schneidarbeiten sind: Ausschneiden, Abschneiden, Einschneiden, Ausklinken. Die geschlossene Schnittkante entsteht zwischen den Schneidkanten von Oberstempel und Schnittplatte auf Schneidpressen. Gratfreie, maßgenaue Schnitte erhält man beim Feinschneiden. Dabei wird das Werkstück beim Abscheren zwischen Schneid- und Gegenstempel gefaßt und durch eine Ringzacke um den Ausschnitt am Nachfließen gehindert. Oft umgangssprachlich auch für Brennschneiden oder Laserstrahlschneiden verwendet.
 
Schnellarbeitsstähle      Zur Gruppe der Werkzeugstähle zählende legierte Edelstahle. Sie sind in den Stahlgruppennummern 32 (mit Co) und 33 (ohne Co) zusammengefaßt (DIN EN 10 027-2). Ihre besonderen Eigenschaften lassen sich auf die Legierungselemente Cr, W, Mo und V, ggf. auch Co zurückführen. Sie besitzen hohe Härte und Zähigkeit, einen hohen Verschleißwiderstand und hohe Schneidhaltigkeit. Somit eignen sie sich gut zur Be- und Verarbeitung von Werkstoffen. Sie müssen darüber hinaus eine gute Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen.Ihre chemische Zusammensetzung und Wärmebehandlung verleiht diesen Stählen hohe Anlaßbeständigkeit und Warmhärte bis zu Temperaturen von 600°C. Ihre Konkurrenzwerkstoffe Hart[metall]legierung und Oxidkeramik, die bessere Schnittleistungen aufweisen, übertreffen die Sch. aufgrund ihrer besseren Zähigkeit. Sie finden Anwendung für spanende Werkzeuge. DIN EN ISO 4957.
 
Schnittgeschwindigkeit      Geschwindigkeit, mit der die Spanabnahme durch ein Schneidwerkzeug erfolgt. Sie ist im wesentlichen sowohl von der Spanbarkeit des Werkstoffes Spanen, der Leistungsfähigkeit der Maschine, der Schneidteil-Geometrie des Werkzeuges als auch von der Werkstoffpaarung Werkzeug und Werkstückwerkstoff abhängig. Die Sch. wird in m/min gemessen. Schnellarbeitsstähle ermöglichen größere Sch. als normale Werkzeugstähle, während Hartmetalle wiederum den Schnellstählen überlegen sind, jedoch auch empfindlicher gegen schlagende Beanspruchung (unterbrochener Schnitt).
 
Schrott      Wertstoff mit hohem Metallgehalt, der nicht nur als Kühlmittel, sondern auch als sogenannter Sekundärrohstoff bei Stahlerzeugung eingesetzt wird. Auch Schrott gibt es unlegiert oder legiert. Im Stahlwerk fällt sogenannter Eigenschrott an. Fremdschrott wird hinzugekauft. Nach der Schrottsortenliste unterscheidet man zehn verschiedene Schrottsorten. Hierzu zählen Altschrott, Neuschrott, schwerer Altschrott, Shredderschrott, aufbereiteter Müllverbrennungsschrott, aufbereiteter Müllseparationsschrott, Stahlspäne, Pakete aus neuem, leichten Blechschrott und Neuschrott. Die Schrottsortenliste ist weder international gültig noch genormt.
 
Schrottzuschlag, Schrottpreiszuschlag      Als Folge der Entwicklung sehr dynamischer Schrottpreise haben sich die Stahlhersteller entschlossen, einen Schrottpreiszuschlag für ihre Erzeugnisse zu erheben. Für die Berechnung legen die Unternehmen eine transparente Berechnungsweise zugrunde. ARCELOR SECTIONS COMMERCIAL beispielsweise ermittelt den Durchschnittswert aus drei Schrottsorten in fünf Teilmärkten. Erst bei einer Abweichung von 10 Euro nach oben oder unten kommt es zu einem Zu- oder Abschlag. Die Bandbreite, bei der es zu keiner Berechnung eines Schrottpreiszuschlages kommt liegt je nach Anbieter zwischen 85 und 105 Euro. Jede Unter- oder Überschreitung führt zu einem entsprechenden Zu- oder Abschlag, der i.d.R. etwa 1-2 Werktage vor Monatsende bekannt gegeben wird.
 
Schwefel      Chemisches Element, Zeichen: S. Nichtmetall. Der Sch.-Gehalt im Roheisen und Stahl stammt in der Hauptsache aus dem Hochofenkoks. Schwefel ist im Stahl meistens unerwünscht, denn er verursacht Rotbruch und Heißbruch. Trotzdem wird er zur Erzielung eines kurz abbrechenden Spans manchmal in gewissen Grenzen geduldet bzw. gezielt zugesetzt, insbesondere bei Automatenstahl. Das Entschwefeln geschieht im Hochofen durch Kalk, in der Roheisenpfanne durch Soda, im Mischer und in den Stahlwerksöfen durch Mangan und eine kalkhaltige Schlacke. Da Schwefel ein grenzflächenaktives Element ist, stört er bei der Vakuumentgasung von Stahl.
 
Sechskantstahl      Im Querschnitt sechseckiges und gleichseitiges Stabstahlprofil. Die Benennung erfolgt nach der Schlüsselweite (SW). Sechskantstahl wird geliefert:
1.) warmgewalzt in 28 Abmessungen von 13 bis 103 mm SW (genormt in DIN EN 10061), von denen jedoch nur 14 regelmäßig produziert werden.
2.) blank gezogen von 1,5 bis 100 mm SW (genormt in DIN EN 10278),
3.) geschmiedet als Freiformschmiedestück (genormt in DIN 7527-6).
 
Selbsthärter (Lufthärter)      Wegen seiner geringen kritischen Abkühlungsgeschwindigkeit ohne Abschrecken bei Abkühlung an der Luft gut durchhärtender Stahl (sog. Lufthärter).
Zu den Lufthärtern gehören Werkzeugstahlgüten wie etwa Werkstoff-Nr.: 1.2328 (45CrMoV7), ein klassischer Meßelstahl.
Vgl. auch Ölhärter und Wasserhärter.
 
Siederohr      Noch immer häufig gebrauchte, aber nicht mehr normgerechte Bezeichnung hauptsächlich für nahtlose Rohre, die in ihrer Frühzeit für den Dampfkesselbau (zum Sieden des Wassers) entwickelt wurden.
 
Silberstahl      Silberstahl ist eine heute nicht mehr geläufige Bezeichnung für Stähle mit der Werkstoff-Nummer1.2210, die mit Chrom und Vanadium legiert sind (115CrV3). Es handelt sich dabei um einen Blanken, geglühten Werkzeugstahl (Rundstahl) mit geschliffener und polierter (silberähnlich glänzender) Oberfläche, unlegiert, Cr-V-legiert oder W-legiert. Toleranzen nach DIN EN 10278. Silberstahl hat trotz seiner hohen Schneidhaltigkeit eine hohe Zähigkeit, weshalb er sich besonders gut zur Herstellung von Schneidwerkzeugen eignet, die keine hohe Wärmebeanspruchung erfahren (Kaltarbeitsstahl). Früher hauptsächlich für die Spiralbohrer-Fertigung, heute überwiegend für Paßstifte u. ä. im Werkzeug- und Vorrichtungsbau eingesetzt. Darüber hinaus werden Reibahlen, Fräser, Gewindeschneidwerkzeuge, Senker, Stanzwerkzeuge, Messvorrichtungen, Lehren, Dorne oder kleine, hochbelastete Wellen häufig daraus gefertigt.
 
Siliciumstähle      Sammelname für die mit Si legierten Stähle, die einen über den für die Desoxidation hinausgehenden Gehalt von über 0,5 % aufweisen. Hierzu gehören einige Federstähle, die weichmagnetischen Elektrobleche, einige Vergütungs-, Werkzeug-, Ventilstähle und hitzebeständige Stähle.
 
Sondertiefziehgüte      Wiederbelebter Begriff für höchste Anforderungen an die Umformbarkeit.
Spezialprofil      Sammelbegriff für alle Profilarten und -formen, die nicht genormt, sondern Sonderanfertigungen sind. Dies sind vielfältige Formen in allen denkbaren Sorten, die vor allem in der industriellen Massen- oder Serienfertigung bei einem Mindestaufwand an Materialkosten die zweckmäßigste Formgebung ermöglichen. Den vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten entsprechend ist die Zahl der lieferbaren Spezialprofile außerordentlich groß.
 
Stabstahl      Handelsüblicher Begriff für sämtliche Erzeugnisse aus allen Stahlsorten in geraden Stäben, deren Querschnitt über die ganze Länge gleichbleibend ist. Übliche Unterscheidung entsprechend der Herstellungsart nach gewalztem, geschmiedetem und blankem S.
 
Stahl      Alle ohne Nachbehandlung schmiedbaren Eisenwerkstoffe mit weniger als 2 % Kohlenstoff bezeichnet man als Stahl. Je nach ihrem Gehalt an weiteren Legierungselementen unterscheidet man unlegierten und legierten Stahl. Weitere Unterteilungen bzw. Angaben über den Massengehalt an Legierungselementen finden sich in DIN EN 10 020, DIN EN 10 027-2, Stahl-Eisen-Liste.

Geschichte des Stahls: Erste Funde von Gegenständen aus Stahl und Eisen reichen bis in das 15. Jahrhundert v. Chr. zurück. Die Menschen wußten frühzeitig die Vorteile des widerstandsfähigen, elastischen und preiswerten Materials zu schätzen und setzten es auch in der Waffenproduktion ein. Auch heute ist es noch nicht nur der günstigste Werkstoff, sondern mit etwa 2000 Sorten auch der vielseitigste. Die Rohstahlproduktion der Welt liegt bei etwa 840 Millionen Tonnen. In Deutschland werden jährlich etwa 45 Millionen Tonnen produziert.
 
Stahlbauhohlprofil      Handelsüblicher Sammelbegriff (Normbegriff ist "Hohlprofil") für nahtloses oder geschweißtes Rohr aus Baustahl bzw. höherfestem oder hochfestem Feinkornbaustahl mit kreisförmigem, quadratischem oder rechteckigem Querschnitt, das z. B. im Stahl-, Fahrzeug- und Kranbau verwendet wird. Ausführung für quadratische und rechteckige Profile: warmgefertigt nach DIN EN 10210, kaltgefertigt nach DIN EN 10219. Im tragenden Stahlbau sin die Normen DIN 18800 sowie 18801 und 18808 zu beachten.
 
Stahlrohr      Sammelbegriff für nahtloses und geschweißtes, warmgewalztes, warmgezogenes oder kaltnachgezogenes Rohr meist kreisförmigen, aber auch jeden anderen Querschnitts (z.B. Profilrohr) und aller Durchmesser; Rohrluppen für Präzisionsstahlrohr; ferner radialgewalzte Hohlkörper, wenn sie als Turbinenleitungsrohr Verwendung finden; aus Blöcken warmgepreßte Hohlkörper, z.B. Flaschen, Behälter u. a..
 
Stahlsorte      Die S. wird durch den Kurznamen oder die Werkstoffnummer eindeutig bezeichnet. Jede S. unterscheidet sich von einer anderen durch mindestens ein kennzeichnendes Merkmal, sei es in der chemischen Zusammensetzung oder durch technologische Modifikation. Früher übliche Benennungen wie Marke, Güte oder Qualität sind mehrdeutig und sachlich falsch.
 
Stangenziehen      Verfahren zur Herstellung von Blankstahl und Präzisionsstahlrohren auf Ziehbänken, das Stäbe hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte liefert. Es kann aber auch Profile erzeugen, die durch andere Verfahren nicht oder nur unwirtschaftlich zu fertigen sind. Als Vormaterial dienen gewalzte oder gepreßte Stäbe.
 
Steinweden Stahl®      Geschützte Wortmarke der Walter Steinweden Stahlgroßhandlung GmbH unter der das Unternehmen seit 1921 am Markt aktiv ist.
 
Toleranzklasse      Die Toleranzen werden mit den Zahlen 01,0,1-18 in zwanzig Toleranzklassen unterteilt. Die T. 01 hat bei gleichem Nennmaß die kleinsten, die T. 18 die größten Toleranzen. Bei gleicher T. haben größere Nennmaße größere Toleranzen. Die Toleranzklassen sind in Abhängigkeit von der geforderten Werkstückgenauigkeit zu wählen.
 
Träger      Walzprofil mit I-Querschnitt (I-Profile).
T-Stahl      Im Querschnitt T-förmiges Profil. Man unterscheidet hochstegigen und breitfüßigen T, der wahlweise rundkantig oder scharfkantig lieferbar ist. Die Benennung erfolgt nach Fußbreite, Steghöhe und Dicke. T. wird geliefert:
1.) Gewalzt hochstegig, rundkantig von 30 bis 140 mm Steghöhe und 4 bis max. 15 mm Dicke nach DIN EN 10055 (früher teilw. DIN 1024); breitfüßig, rundkantig von 40 bis 120 mm Fußbreite und 4,5 bis max. 10 mm Dicke nur noch als Spezialprofil. Nach DIN 59 051 als gewalztes, scharfkantiges T-Profil von 20 bis 40 mm Steghöhe und 3 bis max. 5 mm Dicke. Daneben zahlreiche nicht genormte Spezialprofile in T-Form (z. B. versetztstegig, breitfüßig scharfkantig).
2.) Blankgezogen als nicht genormte Spezialprofile.
 
UHS-Stahl      Akkürzung für ultra high strength - höherfest, Hochfester Stahl, - höherfeste kaltgewalzte Stähle für den Automobilbau.
 
ULC-Stahl      (Abk. für ultra low carbon) ist ein Sammelbegriff für alle austenitischen Cr-Ni-Stähle mit geringem Kohlenstoffgehalt, d.h. < 0,03%. - Vakuumbehandlung. Diese Sorten sind auch für schwierige Kaltumformungen geeignet. ULC-Sorten erfahren eine Streckgrenzenerhöhung durch Abschrecken. Außerdem führt der geringe C-Gehalt zu einer deutlich besseren Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion, da die Bildung der schädlichen Chromcarbide unterbunden wird.
 
Unberuhigter Stahl      Kurzzeichen U. Flüssiger Rohstahl, der nach dem Frischen noch reaktionsfähigen Sauerstoff enthält, welcher sich in der Kokille mit einem Teil des vorhandenen Kohlenstoffs zu Kohlenmonoxid (CO) verbindet. Das Gas steigt in der erstarrenden Schmelze hoch und verursacht Kochen. Die erzwungene Strömung - von der Erstarrungsfront ins Blockinnere gerichtet - sammelt dort die noch flüssigen Verbindungen von Phosphor, Schwefel und Kohlenstoff (Blockseigerung). Die Blockrandschichten dagegen erstarren rein (sog. Speckschicht) und sind vom Kern durch blasenhaltige Gebiete (äußerer und innerer Blasenkranz) getrennt. Die Vorteile des unberuhigten Vergießens sind: Fortfall der Desoxidationsmittel, reine, einschlußfreie Randschicht, kein Lunker. Beim Stranggießen unberuhigter Stähle sollte die Kühlung dem Entgasungsvorgang angepaßt werden, mit der Konsequenz niedrigerer Absenkgeschwindigkeiten und - damit verbunden - geringeren Gießleistungen je Strang. Zur Vermeidung gießtechnischer Probleme wird der Stahl in vorgeschalteter Vakuumbehandlung mit zusätzlicher Al-Desoxidation entgast.
 
Universalstahl      Veraltete Bezeichnung für Breitflachstahl.
Unlegierter Edelstahl      Der Begriff des unlegierten Edelstahls ist seit Erscheinen der DIN EN 10020 neu definiert. Bis dahin galt jeder Edelstahl, dem außer Kohlenstoff keine Legierungszusätze gegeben wurden, als unlegiert. Nunmehr gelten als unlegiert solche Edelstahle, die gegenüber Qualitätsstahl einen höheren Reinheitsgrad, insbesondere im Hinblick auf nichtmetallische Einschlüsse, besitzen. Sie sind meist zum Vergüten oder Oberflächenhärten vorgesehen. Vielfach werden eingeengte Vorschriften zur Härtbarkeit, zu Festigkeits- und Zähigkeitseigenschaften u. a. hohen bzw. höchsten Beanspruchungen gegeben bzw. eingehalten.
 
Unlegierter Qualitätsstahl      Der Begriff Qualitätsstahl wird seit Erscheinen der DIN EN 10020 neu definiert, und es wird nach unlegiertem und legiertem Q. unterschieden. Bis dahin war Qualitätsstahl regelmäßig unlegiert. Als U. gelten die Stahlsorten, die nicht für ein gleichmäßiges Ansprechen auf eine Wärmebehandlung vorgesehen sind und an die keine besonderen Anforderungen an den Reinheitsgrad gestellt werden. Im Vergleich zu den Grundstählen können jedoch höhere bzw. zusätzliche Anforderungen an die Verformungsfähigkeit, Korngröße, Sprödbruch-Unempfindlichkeit gestellt werden. Im Unterschied dazu Legierter Qualitätsstahl.
 
Unlegierte Stähle      Die chemische Zusammensetzung unlegierter Stähle muß so bemessen sein, daß bestimmte Grenzgehalte (für Elementkombinationen gelten zusätzliche Werte) in keinem Fall überschritten werden. Die entsprechenden Massengrenzgehalte sind: 0,0008 % für B; 0,05 % für alle Elemente der Lanthaniden, Ti, Zr und sonstige; 0,10 % bei Al, Bi, Co, Se, V, W; 0,30 % für Cr und Ni; 0,40 % für Cu und Pb; 0,50 % für Si sowie 1,65 % Mn. Nach ihrer Qualität lassen sich unlegierte Stähle in Grundstähle, unlegierte Qualitätsstähle und unlegierte Edelstahle unterteilen.
 
U-Stahl      Im Querschnitt U-förmiges Profil. Bis zu 80 mm Steghöhe wurde es bisher zum Stabstahl gerechnet, nach DIN EN 10079 gehört es zu Kleinen Profilen; über 80 mm Steghöhe bisher zum Formstahl, neuerdings zu Großen Profilen. Die Benennung erfolgt nach mm Steghöhe (z. B. 80 mm Steghöhe = U 80), bei Sonderformen nach Steghöhe, Flanschbreite und Dicke.Lieferformen:
1.) Gewalzt nach DIN EN 10279: mit DIN 1026-1 innen rundkantig und außen scharfkantig, sowie in nicht genormten Zwischenabmessungen als Spezialprofil in Abwandlungen (z.B. außen und innen scharfkantig, außen rund- und innen scharfkantig),
2.) blankgezogen als nicht genormte Spezialprofile, i. d. R. innen und außen scharfkantig.
3.) aus Bandstahl kalt profiliert nach DIN EN 10162 oder in Anlehnung daran,
4.) aus Blech, Band oder Breitflachstahl gekantet.
 
V2A      geschützte Bezeichnung austenitischer, nichtrostender Stähle. Siehe a. Werkstoff-Nr.: 1.4301 / 1.4306.
 
V4A      geschützte Bezeichnung austenitischer, nichtrostender Stähle. Siehe a. Werkstoff-Nr.: 1.4401 / 1.4404
 
Vanadium      veraltet auch Vanadin, ist ein chemisches Element mit dem Symbol V und der Ordnungszahl 23. Es ist ein stahlgraues, bläulich schimmerndes, in reinem Zustand sehr weiches Übergangsmetall. Im Periodensystem bildet das Metall zusammen mit den schwereren Niob, Tantal und Dubnium die 5. Gruppe oder Vanadiumgruppe. Der Großteil des V. wird als sogenanntes Ferrovanadium in der Stahlherstellung eingesetzt. Der Zusatz von V. in Chrom-Vanadium-Stählen führt zu einer Erhöhung der Zähigkeit und damit zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit des so legierten Stahls.

Einsatzgebiete: Mit 85 % des produzierten V. wird der weitaus größte Teil in der Stahlindustrie verbraucht. Da hierfür keine hohen Reinheiten nötig sind, wird Ferrovanadium als Rohstoff genutzt. Vanadium steigert schon in kleinen Mengen in Stählen die Festigkeit und Zähigkeit und damit die Verschleißfestigkeit deutlich. Dies wird durch die Bildung von hartem Vanadiumcarbid bewirkt. Je nach Anwendung werden unterschiedliche Mengen V. beigemischt. So enthalten Baustähle und Werkzeugstähle nur geringe Mengen (0,2 bis 0,5 %) V., Schnellarbeitsstahl bis zu 5 %. Vanadiumhaltige Stähle werden vor allem für mechanisch beanspruchte Werkzeuge und Federn genutzt. Stähle, die neben Eisen und Vanadium auch Cobalt enthalten, sind magnetisch. Titanlegierungen, die V. und meist auch Aluminium enthalten, sind besonders stabil und hitzebeständig und werden im Flugzeugbau für tragende Teile und Turbinenblätter von Flugzeugtriebwerken eingesetzt.

Physikalische Eigenschaften: V. ist ein nichtmagnetisches, zähes, schmiedbares und deutlich stahlblaues Schwermetall mit einer Dichte von 6,11 g/cm3. Reines V. ist relativ weich, wird aber durch Beimengungen anderer Elemente härter und besitzt dann eine hohe mechanische Festigkeit. In den meisten Eigenschaften ähnelt es seinem Nachbarn im Periodensystem, dem Titan. Der Schmelzpunkt von reinem V. liegt bei 1910 °C, dieser wird jedoch durch Verunreinigungen wie Kohlenstoff deutlich erhöht. Bei einem Gehalt von 10 % Kohlenstoff liegt er bei ca. 2700 °C. V. kristallisiert wie Chrom oder Niob in einer kubisch-raumzentrierten Kristallstruktur mit dem Gitterparameter a = 302,4 pm.Unterhalb einer Sprungtemperatur von 5,13 K wird V. zum Supraleiter.

Chemische Eigenschaften: V. ist ein unedles Metall und in der Lage, mit vielen Nichtmetallen zu reagieren. An der Luft bleibt es wochenlang metallisch glänzend. Bei der Betrachtung über längere Zeiträume wird deutlich sichtbarer grüner Rost wahrgenommen. Soll V. konserviert bleiben so muss es unter Argon aufbewahrt werden. In der Hitze wird es von Sauerstoff angegriffen und zu Vanadium(V)-oxid oxidiert. Während Kohlenstoff und Stickstoff mit V. erst bei Weißglut reagieren, findet die Reaktion mit Fluor und Chlor schon in der Kälte statt.

Quelle: Wikipedia
 
Verbleien      Überziehen der Stahloberfläche mit Blei. Der Werkstoff wird hierzu in ein flüssiges Bleibad getaucht oder elektrolytisch verbleit. Die Haftung funktioniert durch Adhäsion. V. dient zum Schutz gegen aggressive Medien (Korrosionsschutz).
 
Vergüten      Aus Härten und Anlassen bestehende Wärmebehandlung, meist oberhalb 550°C. Durch die Umwandlungshärtung wird die Festigkeit gesteigert, zugleich aber auch das Gefüge neu gebildet und gefeint. Zwar wird beim Anlassen die zuvor erreichte Festigkeitszunahme teilweise wieder abgebaut, jedoch die Zähigkeit über den ursprünglichen Wert hinaus erhöht.
 
Vergütungsstahl      Unlegierter oder legierter Baustahl (Qualitäts- und Edelbaustahl), der aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung (ca. 0,25 bis 0,7 % C) zum Vergüten geeignet ist und im vergüteten Zustand hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit aufweist. Hinsichtlich der Schweißeignung von V. ist zu beachten, daß - infolge des Kohlenstoffgehaltes - mit örtlicher Aufhärtung in der Schweißzone gerechnet werden muß. Daher empfiehlt sich immer ein Vorwärmen. Verwendung für Kurbelwellen, Achsen, Wellen, Pleuelstangen, Bolzen, Schrauben und andere Konstruktionsteile höherer Festigkeit.
 
Verpackungsbandstahl      Durchweg kaltgewalzter Bandstahl, blau-, blank- oder dunkelgeglüht, z. T. schwarz lackiert oder zinkstaublackiert. Festigkeit mindestens 750 N/mm² mit 6 % Dehnung für Abmessungen 8 x 0,3 bis 19,0 x 0,6 mm. Festigkeit mindestens 600 N/mm² und 10% Dehnung für Abmessungen 19,0 x 0,8 bis 31,75 x 1,0 mm. V. wird durch Spannapparate zur Umschnürung von Paketen, Bunden, Coils, Kisten und dergleichen benutzt und durch Verschlußhülsen, die manuell, meist jedoch maschinell geschlossen werden, gehalten.
 
Verschleißfester Stahl      Gegenüber mechanischer Abnutzung widerstandsfähiger Stahl. Der Verschleißwiderstand des Stahls wird durch den Gefügeanteil an Martensit und Carbiden bestimmt. Nach ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheidet man Werkzeug-, Einsatz- und Vergütungsstähle.
 
Vierkantrohr      Andere Bezeichnung für Profilrohr mit quadratischem Querschnitt, nahtlos oder geschweißt, auch geschweißt und maßgewalzt (Präzisionsstahlrohre) in Baustahl- und nicht-rostenden Sorten.
 
Vollprofil      Profil mit vollem Querschnitt wie Rund-, Flach-, Vierkant-, Sechskantstahl, Betonstahl, Freiformschmiedestücke und geschmiedete Stäbe im Gegensatz zu offenem Profil.
 
Walzen      Druckumformen im Walzgerüst. Dabei wird das Walzgut von zwei Walzen erfaßt, die sich in Walzrichtung gegeneinander drehen. Es wird durch die Walzendrehung vorwärts bewegt. Im Walzspalt wird die Dicke des Walzguts durch den hohen Druck, den die Walzen ausüben, reduziert. Je nach Bauart des Walzgerüstes stehen zwei oder beim Planetenwalzwerk auch mehr Walzen zur Umformung zur Verfügung. In der Regel wird zunächst warmgewalzt, d.h. bei Walztemperaturen oberhalb Rekristallisationstemperatur. Das Kaltwalzen wird zusätzlich dort angewendet, wo durch das Warmwalzen erreichbare Dicken unterschritten werden sollen oder wo höhere Maßgenauigkeit oder besondere Oberflächenqualität gefordert sind. ferritisches Walzen, thermomechanisches Walzen, thermomechanische Behandlung .
 
Wälzlagerstahl      Legierter Edelstahl, in erster Linie bestimmt für die Herstellung von Teilen für Wälzlager (Kugel-, Rollen-, Nadellager). Hohe und höchste Ansprüche an Reinheit, Gleichmäßigkeit, Härtbarkeit, Maßbeständigkeit, Freiheit von Oberflächenrissen und Randentkohlung. Der Stahl soll sich gut warm und kalt umformen lassen. Genormt sind in DIN EN ISO 683-1 Gütegruppen: Durchhärtende Stähle, Einsatz-, Vergütungs-, nichtrostende und warmharte Stähle. Lieferformen: Stabstahl gewalzt, geschmiedet, blankgezogen oder - bevorzugt zur Beseitigung der Randentkohlung - geschält, außerdem in Form von Rohren, Draht, Ringen und Scheiben.
 
Walzdraht      Auf Drahtwalzstraßen aus Vorblöcken oder Knüppeln gewalztes Erzeugnis in beliebiger Querschnittsform, das je nach der Analyse des Ausgangswerkstoffs als unlegierter oder legierter W. bezeichnet wird. Der durch (Warm)Walzen herstellbare Draht kann bis auf Durchmesser von 5 mm reduziert werden. Noch dünnere Querschnitte erhält man durch anschließende Kaltumformung (Drahtziehen). Nach den deutschen Normen bezeichnet man als W. ein Erzeugnis, das im warmen Zustand unmittelbar von den Walzen aus in Ringen regellos aufgehaspelt wird. W. kann runden (30 -5 mm Durchmesser) oder profilierten Querschnitt haben. Die Europäische Normung teilt den Walzdraht nach folgenden Normen ein: DIN EN 10016: Walzdraht aus unlegiertem Stahl zum Ziehen und/oder Kaltwalzen -
Teil 1: Allgemeine Anforderungen
Teil 2: Besondere Anforderungen an Walzdraht für allgemeine Verwendung
Teil 3: Besondere Anforderungen an Walzdraht aus unberuhigtem und ersatzunberuhigtem Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt. Dieser Teil gilt für Stähle mit niedrigen C- undSi-Gehalten und hoher Verformbarkeit zum Ziehen/Kaltwalzen.
Teil 4: Besondere Anforderungen an Walzdraht für Sonderanwendungen. Darunter sind u.a. besondere Anforderungen an Entkohlungstiefe und Abkohlung, nichtmetallische Einschlüsse und Kernseigerung zu verstehen. Die Norm gilt ausdrücklich nicht für Draht aus Stahl für Wärmebehandlungen, für Automatenstähle, Kaltstauch- und Fließpreßstähle, Schweißzusätze, Betonbewehrung sowie Federn mit hoher Dauerschwingfestigkeit und Ventilfedern. Hierfür sind bzw. werden besondere Einzelnormen entwickelt. DIN EN 10263-1 bis - 5: Walzdraht, Stäbe und Draht aus Kaltstauch- und Fließpreßstählen - Technische Lieferbedingungen ist als Ersatz für DIN 1654-1 bis - 5 eingeführt.Sie gilt für runde Querschnitte. Als Maßnorm gilt DIN 10218 für Draht. Für Rundstäbe, Walzdraht aus unlegiertem Stahl sowie Walzdraht für kaltgeformte Muttern und Schrauben gelten vorerst die DIN-Normen; bis die Normentwürfe prEN 10060, 10017 und 10018 veröffentlicht sind.
 
Warmarbeitsstähle      Untergruppe der Werkzeugstähle. W. sind legierte Stähle, deren Oberfläche im Einsatz Temperaturen oberhalb von 200° C ausgesetzt werden kann. Neben einer hohen Warmfestigkeit müssen sie auch eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. DIN EN ISO 4957. Sie finden z.B. Anwendung als Schmiedematrize, Spritzgießkokille, Preß- und Lochdorn etc.
 
Warmfeste Stähle      Stähle, die bei Temperaturen bis etwa 540°C gute mechanische Eigenschaften (Zeitdehngrenze, Zeitstandfestigkeit, Relaxationswiderstand) unter Langzeitbeanspruchung aufweisen. DIN EN 10269. (Für höhere Temperaturbeanspruchung: hochwarmfeste Stähle, hitzebeständige Stähle). Nahtlose Stahlrohre aus warmfesten Stählen, Kesselrohre.
 
Wasserhärter      Stahl (z.B. Werkzeugstahl wie Werkstoff-Nr.: 1.1730) der in einem Wasserbad abgeschreckt wird. Vgl. auch Lufthärter und Ölhärter.
 
Wasservergüten      Vergüten, bei dem in Wasser gehärtet wird.
Werksbescheinigung      vgl. a. Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werksprüfzeugnis      vgl. a. Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werkstoff      nennt man alle Stoffe mit technisch nutzbaren Eigenschaften. Das heißt, aus W. lassen sich durch Be- oder Verarbeitung Halbzeuge oder Fertigprodukte herstellen. Man unterscheidet verschiedene Werkstoffgruppen wie z. B. Eisen- und Stahlwerkstoffe, NE-Metalle, anorganische nichtmetallische und schließlich organische W.
 
Werkstoffeigenschaften      ist der Sammelbegriff für alle Attribute, die das Verhalten eines Werkstoffs unter bestimmten Beanspruchungen oder in bestimmten Anwendungsfällen beschreiben. Sie lassen sich z. B. in mechanische, technologische, physikalische, chemische Eigenschaften unterteilen.
 
Werkstoffprüfung      Untersuchung der Werkstoffe nach verschiedenen Kriterien mit dem Ziel, werkstoffspezifische Kennwerte zu ermitteln. In mechanisch-technologischen Prüfungen werden Aussagen über die Festigkeitseigenschaften (Zugfestigkeit, Härte usw.) oder die Verarbeitbarkeit (technologischer Biegeversuch, Tiefziehversuch) von Werkstoffen festgestellt. Metallographische Methoden prüfen die Mikrostruktur. Physikalische Verfahren geben Kenntnis über physikalische Eigenschaften (Härtemessung, elektrische Leitfähigkeit, Wärmeausdehnung, Ummagnetisierungsverluste). Zerstörungsfreie Prüfungen (Magnetpulver-, Röntgen-, Ultraschalluntersuchungen) stellen Werkstoffehler (Lunker, Risse) fest, ohne daß die Probe dabei kaputt geht. Durch chemische oder physikalische Verfahren wird die Werkstoffanalyse ermittelt.
 
Werkszeugnis      vgl. a. Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werkzeugstahl      Zur Gruppe der Werkzeugstähle zählen Edelstähle mit hoher Härte, hohem Verschleißwiderstand und hoher Zähigkeit, die sich zur Be- und Verarbeitung von Werkstoffen eignen. Sie müssen darüber hinaus eine gute Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. W. unterteilt sich in Kaltarbeitsstähle (Werkzeugstähle) (i.e. unlegierte oder niedrig legierte Sorten für Anwendungen, bei denen die Oberfläche einer Temperatur von weniger als 200°C ausgesetzt wird), Warmarbeitsstähle und Schnellarbeitsstähle. DIN EN ISO 4957.
 
Wertschöpfungskette      Die Wertschöpfungskette der stahlintensiven Industrien in Deutschland als Graphik mit Kurzfakten


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Winkelstahl      m Querschnitt (soweit genormt) rechtwinkliges Stabstahlprofil, dessen Form dem Buchstaben L gleicht. DIN EN 10056-2 - Grenzabmaße und Formtoleranzen - faßt gleichschenkligen und ungleichschenkligen W. zusammen. Im Teil 1 der EN 10056 sind die Nennmaße der früheren Normen DIN 1028 und DIN 1029 eingearbeitet worden. Für die scharfkantigen W gelten weiterhin die nationalen Normen. Es sind zu unterscheiden:
1.) DIN EN 10056-1; Warmgewalzter gleichschenkliger rundkantiger W., Benennung nach Schenkelbreite (20 bis 200 mm) und Dicke (3 bis 24 mm).
2.) DIN EN 10056-1; Wamgewalzter ungleichschenkliger rundkantiger W. Benennung nach Schenkelbreiten (30 x 20 bis 200 x 100 mm) und Dicke (3 bis 14 mm).
3.) DIN 1022; Warmgewalzter gleichschenkliger scharfkantiger W.(20 bis 50 x 3 bis 5 mm). Nach DIN EN 10079 gehört dieser W. zu den kleinen Spezialprofilen.
4.) DIN 59370; Blanker gleichschenkliger scharfkantiger W. (10 bis 60 mm Schenkelbreite und 2 bis 6 mm Dicke).
Außer diesen genormten Produkten gibt es nicht genormte Zwischenabmessungen sowie W.-Profile, die nur als Spezialprofile (unterschiedlicher Herstellungsverfahren, insb. Abkanten) erhältlich sind (z. B. stumpfwinkliger, spitzwinkliger W. und W. mit rundem Rücken).
 
Wolfram      (engl. Tungsten) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol W und der Ordnungszahl 74. Es zählt zu den Übergangsmetallen, im Periodensystem steht es in der 6. Nebengruppe (Gruppe 6) oder Chromgruppe. W. ist ein weißglänzendes in reinem Zustand sprödes Schwermetall hoher Dichte. Es besitzt von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und den zweithöchsten Siedepunkt.

Einsatzgebiete: Große Bedeutung hat W. als Legierungsmetall in der Eisenmetallurgie. Es bildet in Werkzeugstählen Wolframcarbide, welche die Sekundärhärte erhöhen. Wegen seiner hohen Korrosionsbeständigkeit kann W. auch als Werkstoff für Apparaturen in chemischen Anlagen verwendet werden. Allerdings wird diese Anwendungsform wegen der schlechten Bearbeitbarkeit von W. (Wolfram kann nur mittels Laser- oder Elektronenstrahl geschweißt werden) nur selten angewandt. Das Gleiche gilt auch für eine denkbare Anwendung im Bereich der Medizintechnik.

Physikalische Eigenschaften: Es ist ein weißglänzendes, hartes, in reinem Zustand dehnbares Metall hoher Dichte – fast gleich hoch wie Gold –, Härte (Brinellhärte von 250 HB) und Festigkeit (Zugfestigkeit von 4200 N/mm2). Das Metall existiert in einer stabilen kubisch-raumzentrierten a-Modifikation mit einem Netzebenenabstand von 316 pm bei Raumtemperatur. Dieser Kristallstrukturtyp wird häufig nach Wolfram Wolfram-Typ genannt. W. besitzt nach dem Element Kohlenstoff mit 3422 °C den zweithöchsten Schmelzpunkt aller chemischen Elemente. Der Siedepunkt von 5555 °C wird nur noch von dem seltenen Metall Rhenium mit 5596 °C um 41 K übertroffen. Das Metall ist ein Supraleiter mit einer Sprungtemperatur von 15 mK.

Chemische Eigenschaften: W. ist ein chemisch sehr widerstandsfähiges Metall, das selbst von Fluorwasserstoffsäure und Königswasser (zumindest bei Zimmertemperatur) kaum angegriffen wird. Es löst sich aber in Gemischen aus Fluss- und Salpetersäure und geschmolzenen Gemischen aus Alkalinitraten und -karbonaten auf.

Quelle: Wikipedia
 
Wulstflachstahl      Zu warmgewalzten Profilen (Formbuchstaben HP, früher "Hollandprofil") gehöriger Flachstahl, der auf einer Breitseite eine Verdickung über die ganze Länge aufweist; vorzugsweise für den Schiffbau aus den dafür vorgeschriebenen Stahlsorten. Maßnorm DIN EN 10067 enthält 54 Abmessungen von 80 bis 430 mm Breite und 5 bis 20 mm Dicke.
 
X (Kennbuchstabe)      1. Kennbuchstabe für legierte Stähle (Ausnahme: Schnellarbeitsstähle), bei denen wenigstens ein Legierungselement mit einem Massengehalt von £ % zugegeben ist.
2. Zusatzsymbol für Stähle für Druckbehälter der Gruppe 2 für Hoch- und Tieftemperatur.
3. Zusatzsymbol für Stahl der Gruppe 1 für kaltgewalzte Flacherzeugnisse aushöherfesten Stählen zum Kaltumformen. Kennzeichnung von Dualphase.
 
Y (Kennbuchstabe)      1. Hauptsymbol für Spannstähle
2. Zusatzsybol für Stahl der Gruppe l für kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus höherfesten Stählen zum Kaltumformen. Kennzeichnung von IF-Stahl (interstitial free).
 
Z-Stahl      Im Querschnitt Z-förmiges Stabstahlprofil mit in der Regel innen runden und außen scharfen Kanten. Benennung nach Steghöhe, Flanschbreite, Stegdicke und Flanschdicke. Wird geliefert:
1. Gewalzt nach DIN 1027 (von 30 bis 200 mm Steghöhe und von 4 bis 10 mm Stegdicke),
2. kaltprofiliert nach DIN 59413 aus warm- oder kaltgewalztem Blech/Band sowie als abgekantetes Spezialprofil in vielen nicht genormten Abmessungen und mancherlei Abwandlungen,
3. Blankgezogen als nicht genormtes Spezialprofil.
 
Zerspanbarkeit      veraltet für Spanbarkeit, ist die Eigenschaft eines Werkstoffs, sich unter gegebenen Bedingungen spanend bearbeiten zu lassen. Jeder Werkstoff muß im Hinblick auf sein Spanverhalten bei unterschiedlichen Bearbeitungen (Bohren, Drehen, Fräsen, usw.) untersucht werden. Wesentlichen Einfluß auf die Spanbarkeit haben die Spanbedingungen: Schneidengeometrie, Schneidstoff, Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, usw. Es ist darum nicht möglich, die Spanbarkeit durch eine Kennzahl auszudrücken. Häufig wird als Merkmal für die Spanbarkeit eines Werkstoffes die Standzeit des Werkzeuges genannt. Automatenstähle z.B. besitzen auf Grund ihres definierten Schwefel- und Phosphorgehaltes gute Spanungseigenschaften.
 
Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung      Bei der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (EN 1330, engl. non-destructive testing, kurz NDT) wird die Qualität eines Werkstücks getestet, ohne das Material selbst zu beschädigen. Hierzu werden verschiedene physikalische Effekte ausgenutzt, die man in zwei Gruppen einteilt: Defektoskopie und Qualimetrie.Unter den ersten zerstörungsfreien Werkstoffprüfungen waren wohl die Bestimmung der Dichte durch die Verdrängungsmethode nach Archimedes und die Sichtprüfung, d.h. das Betrachten eines Bauteiles auf äußerlich erkennbare Mängel. Am häufigsten werden aber darunter Prüfungen auf Bauteilfehler verstanden. Zu den klasschischen Verfahren zählen dabei: Dichtebestimmung (z. B. durch Auftriebswägung), Mikroskopie bzw. Metallographie, Leitfähigkeitsprüfung von Wärme oder elektrischem Strom. Weitere Verfahren sind u.a. sog. Volumenorientierte Verfahren. Hierzu zählen: Schallemissionsprüfung (AE), (AT nach EN 473), Akustische Resonanzanalyse (ART), Durchstrahlungsprüfung (Röntgen- und Isotopentechnik) (RT nach EN 473), Computertomographie (CT), Ultraschallprüfung (UT nach EN 473). Quelle: Wikipedia
 
Zertifizierung      Z. bedeutet, dem Erzeugnis oder einer Dienstleistung die Übereinstimmung (Konformität) mit bestimmten technischen Regeln und Verfahrensabläufen durch einen unabhängigen Dritten zu bescheinigen. Dahinter steht das Bedürfnis eines Nachfragers, möglichst genau zu wissen, was er für sein "gutes Geld" einkauft. Die Anforderung auf Z. kann z. B. ausgehen von Behörden, die sich vergewissern wollen, daß das Erzeugnis mit einer Vorschrift übereinstimmt, Versicherungsgesellschaften, die zu versichernde Risiken genau einschätzen und so gering wie möglich halten wollen, sowie von Käufern ganz allgemein, einschließlich der Endverbraucher.
 
Ziehen      Kaltumformverfahren, das den verschiedensten Zwecken dienen kann: Verringern von Durchmessern und Wanddicken, Verbesserung der Oberflächenqualität oder der Festigkeit, Verbesserung der Maßtoleranzen, Ausbildung der Profilform. Man unterscheidet Stangen-, Rohr- und Drahtziehen. Das Ziehgut wird mit axial angreifender Kraft durch ein formgebendes Werkzeug (Matrize, Ziehdüse, Ziehhol) gezogen. Die Anzahl der erforderlichen Züge richtet sich nach dem Anfangsquerschnitt. Evtl. ist Zwischenglühen notwendig. Unerläßlich vor dem Ziehen sind eine gründliche Reinigung der Ziehgutoberfläche durch Beizen oder Strahlentzundern, eine gute Schmierung und ausreichende Kühlung des Ziehwerkzeuges während der Arbeit.
 
Ziehereien      Umgangssprachlicher Ausdruck für spezialisierte Hersteller, die aus warmgewalztem Stabstahl oder Walzdraht nach Entzunderung durch Ziehen auf einer Ziehmaschine (spanlose Kaltumformung) Stahlerzeugnisse mit verschiedenen Querschnittsformen produzieren. Die wichtigsten deutschen Anbieter sind in der Stabziehereien-Vereinigung e.V. organisiert (www.blankstahl.org).
 
Z-Stahl      Im Querschnitt Z-förmiges Stabstahlprofil mit in der Regel innen runden und außen scharfen Kanten. Benennung nach Steghöhe, Flanschbreite, Stegdicke und Flanschdicke.
 
Zugfestigkeit      Kurzzeichen: Rm, Maximum der Spannungs-Dehnungs-Kurve, die im Zugversuch ermittelt wird. Errechnet sich aus dem Quotient aus der maximalen Zugkraft und dem Ausgangsquerschnitt der Probe. Maßeinheit: N/mm² bzw. Pa.
 
Zuschläge      Stoffe, die bei metallurgischen Prozessen (Verhütten, Frischen, Schmelzen, Legieren) zugegeben werden, um das Verfahren zu unterstützen oder um die Qualität des Produktes zu verbessern. Einer der wichtigsten Zuschlagsstoffe im Hüttenwesen ist der Kalk, er erleichtert die Schlackenbildung und entfernt unerwünschte Eisenbegleiter aus der Schmelze.




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